Frankreich hat ersten Funkkontakt zu Piraten im Mittelmeer

Von Eleonore Matschge

Frankreich hat ersten Funkkontakt zu Piraten im MittelmeerAm Freitag haben Piraten vor der ostafrikanischen Küste im Mittelmeer eine französische Luxusjacht gekapert. Paris habe jüngst einen ersten Kontakt zu den Piraten herstellen können, wie der französische Außenminister Bernard Kouchner in einem Interview mit dem Rundfunksender France Inter, mitteilte.

Die Geiselnahme könne sich aber möglicherweise noch länger hinziehen. Es käme jetzt darauf an, dass die Kontaktaufnahme Früchte trage. Es müsse alles getan werden, um Blutvergießen zu vermeiden. Zu einer möglichen Lösegeldzahlung wollte sich Kouchner nicht konkret äußern.

Die Superjacht „Le Ponant“ warf am Sonntagabend vor der somalischen Küste einen Anker, laut französischen Medienberichten. Sie wird weiterhin von einer Fregatte der französischen Marine aus sicherer Entfernung begleitet und beobachtet.

Die “Le Ponant” war von den Seychellen in Richtung Mittelmeer unterwegs, als sie am Freitag in internationalen Gewässern gekapert wurde.

Auf der Jacht befanden sich 30 Besatzungsmitglieder, die von den Piraten als Geiseln genommen wurden. Passagiere befanden sich nicht an Board.

Noch am Freitag hatte die französische Regierung in Paris einen Krisenstab eingerichtet.

Premierminister François Fillon sagte, Frankreich setze alles daran, “das Leben der Menschen an Bord zu schützen”.

Die Küste vor Somalia und generell der gesamte Golf von Aden zwischen der arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika sind berüchtigt für Piratenüberfälle.

Die Superjacht „Le Ponant“ ist ganze 88 Meter lang und für 64 Passagiere ausgerichtet. Sie war auf dem Weg zum Suez-Kanal, um im ägyptischen Alexandria aufgetankt zu werden und dann im Jemen amerikanische Touristen an Bord zu nehmen. Die Piraten seien schlicht über eine Treppe am Heck an Bord gelangt, über die die Gäste normalerweise zum Baden ins Meer steigen, berichtete das “Journal du Dimanche”.

Bei dem Überfall sei kein einziger Schuss gefallen. Von einem kanadischen Militär-Hubschrauber wurden Bilder angefertigt, die mehrere bewaffnete Männer in T-Shirts zeigen. Die Besatzungsmitglieder waren nicht zu sehen.

Erst vor wenigen Wochen hatten Piraten einen dänischen Frachter gegen eine hohe Lösegeldzahlung aus ihrer Gewalt entlassen. Somalische Behörden hatten damals kritisiert, die Zahlung von Lösegeld ermutige nur neue Fälle von Seeräuberei.

Artikel vom 7. April 2008

Hinterlasse eine Antwort