Fusion von GfK und TNS ist gescheitert

Von Louis Richter

Fusion von GfK und TNS ist gescheitert  FotoDie milliardenschweren Übernahmenpläne des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK sind gescheitert. Die Nürnberger hatten den britischen Rivalen TNS übernehmen wollen. Nun ist aber offenbar die Finanzierung für das milliardenschwere Projekt geplatzt.

Alle Gespräche über den Zusammenschluss zum zweitgrößten Marktforscher der Welt seien beendet, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch. Die Finanzierungsbedingungen hätten nicht für ein ausreichendes Gegengebot zur Offerte des britischen Werbekonzerns WPP gereicht.

Die TNS-Führung lehnte das zuletzt umgerechnet fast 1,4 Milliarden Euro schwere WPP-Angebot auch nach dem Rückzieher der GfK als zu niedrig ab.

Der Rückzieher sei vor allem damit begründet, dass man TNS nicht um jeden, sondern nur zu einem vernünftigen Preis habe übernehmen wollen.

“Wir werden nicht in eine Bieterschlacht gehen, wo wir zu Preisrelationen kommen, die einfach keinen Sinn machen”, begründete ein Sprecher den Rückzieher. GfK und Taylor Nelson Sofres (TNS) hatten ursprünglich eine “Fusion unter Gleichen” durch einen Aktientausch geplant. Doch WPP torpedierte die Pläne mit einer feindlichen Gegenofferte und zwang die GfK Anfang des Monats zu einem Strategiewechsel.

Wie das „Manaager Magazin“ online berichtet, habe sich die GfK den neuen Bedingungen nicht unterwerfen wollen. Der Finanzinvestor Apax habe das Projekt an eine Beteiligung geknüpft.

Nach dem Bruch mit Apax habe die Zeit nicht mehr gereicht, ein neues Bündnis zu schmieden. Der GfK-Sprecher nannte den Bericht Spekulation.

Das “Handelsblatt” berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, die GfK hätte zumindest Teile von TNS verwerten müssen, um WPP zu überbieten. Dazu sei man nicht bereit gewesen. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst hatte kürzlich erklärt, er verhandele mit mehreren Co-Investoren. “Wir setzen nicht nur auf ein Pferd.”

Der GfK-Vorstand gab sich für die Zukunft der Firma auch ohne eine Fusion zuversichtlich. “Das Unternehmen wird auch weiterhin gut aufgestellt sein, volle Auftragsbücher vorweisen und organisch wachsen”, erklärte er. Die GfK ist bekannt für die Ermittlung der Fernseh-Einschaltquoten in Deutschland und den Konsumklima-Index, der monatlich die Stimmung der Verbraucher misst. Lukrativer sind aber vertrauliche Marktforschungsdaten für Unternehmen.

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Artikel vom 27. August 2008

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