GDL-Chef Schell nimmt seinen Hut

Von Louis Richter

GDL Chef Schell nimmt seinen HutGanze 19 Jahre lang lenkte Manfred Schell, 65 Jahre alt, die Geschicke der Bahn-Gewerkschaft GDL, die die Berufsgruppe der Lokführer vertritt. Jetzt geht Schell in den Ruhestand.

Auf der Generalversammlung in Berlin wählen die Delegierten einen Nachfolger für den 65-Jährigen. Einziger Kandidat ist Schells bisheriger Vize, der 49-jährige Claus Weselsky. Seine Wahl gilt als sicher.

Im Frühjahr hatte Schell in einem historisch einzigartigen Streik der Lokführer eine sagenhafte Lohnerhöhung von 11 Prozent durchgesetzt. Der Machtkampf zwischen GDL-Chef Schell und Bahn-Chef Mehdorn hatte die Republik über Monate in Atem gehalten. Zahlreiche Streiks verärgerten die Bevölkerung und versachten schließlich auch in der Wirtschaft nicht unerheblichen Schaden. Die Lokführer erhielten am Ende einen eigenständigen Tarifvertrag und eine satte Gehaltserhöhung.

Mit diesem Sieg hat Schell auch die künftigen Geschicke der GDL weitestgehend abgesichert.

Artikel vom 5. Mai 2008

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