GDL macht ernst: Lokführer streiken von Donnerstag Morgen bis Freitag
Ab heute Nacht 2.00 Uhr wird erneut gestreikt. Die Gewerkschaft der Lokführer hat ihre Anhänger erneut zur Arbeitsniederlegung aufgerufen und veranstaltet einen Mega- Streik bis Freitag 8.00Uhr morgens. Es ist mit massiven Behinderungen im gesamten Schienenverkehr zu rechnen, aber auch Autofahrer müssen sich auf Grund der ausfallenden Züge auf Behinderungen durch das gestiegende Verkehrsaufkommen einrichten.
Wie bisher darf die GDL nur den Regional- und Nahverkehr bestreiken, doch kann dies auch Auswirkungen auf den Fern- und Güterverkehr nach sich ziehen.
Die Deutsche Bahn hat einen Notfahrplan eingerichtet und versucht damit 50 Prozent des regulären Schienenverkehrs aufrecht zu erhalten. Der Notfahrplan ist für jedes Bundesgebiet getrennt unter www.bahn.de/akutell oder kostenlos unter 08000 - 996633 abrufbar. Für jedes Bundesland gibt es eine detaillierte Übersicht. Die Bahn will versuchen, während des 30-stündigen Streiks von Donnerstag, 2.00 Uhr, bis Freitag, 8.00 Uhr, mindestens die Hälfte Nahverkehrszüge fahren lassen. Die S-Bahnen sollen in längeren Taktzeiten als üblich fahren.
Regional werde der Fahrplan aber “sehr ausgedünnt” sein, sagte ein Bahnsprecher. So vor allem im Osten Deutschlands in Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sowie in München und Berlin. Außerdem sollen bundesweit 200 zusätzliche Busse eingesetzt werden und ICE- und IC Züge werden zusätzliche Stopps einlegen. Bahnkunden könnten diese aber noch nicht im Vorfeld erfahren, da die Bahn darüber im Einzelfall kurzfristig entscheiden werde, sagte der Sprecher.
Ob die Deutsche Bahn ihren ausgeklügelten Notfallfahrplan aber einhalten kann, ist ungewiss. Am Mittwoch konnte die GDL eine Einstweilige Verfügung gegen die Bahn vor Gericht erstreiten, wonach die Deutsche Bahn im Regelfall, am Donnerstag und Freitag, keine streikenden Lokführer für Notdienste verpflichten darf. Dies hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Mittwochabend entschieden.
Streikende Arbeitnehmer dürfen demnach nicht kurzfristig in den Dienst für die Ersatzfahrpläne eingeteilt werden, außer, wenn es um eine Störung des Bahnverkehrs gehe oder um die Beförderung mobilitätsbehinderter Personen. Diese Eilentscheidung gilt nur für den aktuellen Streik am Donnerstag und Freitag.
Nach eigenen Angaben hat die Deutsche Bahn mehr als 1000 zusätzliche Servicekräfte für Donnerstag und Freitag mobilisiert, die die Bahnkunden über den veränderten Fahrplan informieren und weiter helfen.
GDL- Chef Schell hat zwischenzeitlich angekündigt, dass, wenn ein “substanzielles Verhandlungsangebot über einen eigenständigen Tarifvertrag mit den Inhalten Entgelt und Arbeitszeit ” von der Deutschen Bahn vorgelegt werde, er seine Kur für Verhandlungen abbrechen würde.
DCRS meint: Zusätzliche Beförderungskosten für Taxis etc. müssen die Bahnkunden aber dennoch selber zahlen, und wenn der Chef über die Verspätung schimpft, hilft auch keine Servicekraft der Bahn !
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