GDL will wieder streiken, Bahn hofft auf Einigung
Die Verhandlungen zwischen GDL und Deutscher Bahn ziehen sich weiter hin. Die Einschätzungen der Verhandlungspartner hinsichtlich einer Einigung sind derzeit völlig konträr. So stellte die Bahn nun eine Einigung in der nächsten Woche in Aussicht, nachdem sie sich kürzlich noch pessimistisch gezeigt hatte.
Die GDL hingegen will nun plötzlich von einer schnellen Einigung nichts mehr wissen, sondern droht schon wieder mit neuen Streiks. Der Verhandlungsspielraum der GDL sei so eng, weil die Basis angeblich Druck mache und durchaus auch noch einmal zu Streiks bereit sei.
In dem seit zehn Monaten dauernden Tarifkonflikt der Deutschen Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) drohen daher neue Streiks. Die GDL will am Sonntag über ihr weiteres Vorgehen entscheiden, sagte ein Sprecher am Freitag in Frankfurt am Main.
„Streiks sind sicherlich nicht ausgeschlossen“, fügte er hinzu. Nachdem über den Hauptstreitpunkt eines eigenständigen Tarifvertrags für die Lokführer mittlerweile Einigkeit erzielt worden ist, streiten beide Seiten nun über die Entgelterhöhung. Bahn-Chef Mehdorn hält eine Einigung indes in der nächsten Woche für möglich.
In wesentlichen Punkten sei bereits Einvernehmen erreicht worden und es gebe „gute Gründe, auf eine baldige Einigung zu setzen“, sagte Mehdorn weiter in Berlin.
So sei über das lange umstrittene Thema eines eigenständigen Tarifvertrages ebenso eine Einigung erzielt wie über die neue Entgeltstruktur für Lokführer. Zudem habe die Bahn der GDL am Donnerstag individuelle Einkommensverbesserungen zwischen sieben und fünfzehn Prozent angeboten. „Im Schnitt entspricht dies bis 2009 einem Plus von elf Prozent - und zwar ohne Mehrarbeit“, sagte Mehdorn. Die GDL habe nach Bahn-Angaben zuletzt unter dem Strich 14,5 Prozent gefordert. Der Gewerkschaftssprecher wollte sich hierzu allerdings nicht äußern.
Am Donnerstagabend waren die an einem geheimen Ort geführten Tarifverhandlungen überraschend eskaliert.
„Das Angebot, das uns die DB heute vorgelegt hat, reicht nicht aus. Ein Scheitern der Tarifverhandlungen kann ich jetzt nicht mehr ausschließen“, hatte GDL-Chef Manfred Schell nach den Gesprächen gesagt. Im Bereich der Arbeitszeit lehne die Bahn weiterhin eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden ab. Ein Bahn-Sprecher hatte nach dem Treffen hingegen von einer „Annäherung“ gesprochen, auch wenn noch keine Einigung erzielt worden sei.
Über das Ergebnis der Verhandlungsrunde vom Donnerstag würden nun zunächst der Hauptvorstand und die Tarifkommission der GDL unterrichtet, erläuterte der GDL-Sprecher weiter. Beide Gremien kämen am Sonntagvormittag (13. Januar) zu einer Sitzung in Frankfurt am Main zusammen. Sie würden dann über das weitere Vorgehen der GDL entscheiden. Am Sonntagnachmittag soll dann auch die Öffentlichkeit informiert werden.
Erst vor Weihnachten hatte die GDL die Verhandlungen für gescheitert erklärt und mit einem neuen unbefristeten Arbeitskampf ab 7. Januar im Personen- und Güterverkehr gedroht. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte beide Seiten daraufhin wieder an den Verhandlungstisch gebracht. Am vergangenen Samstag hatten sich Tiefensee und Schell positiv für den weiteren Verhandlungsverlauf gezeigt. Die GDL hatte wegen des fortgeschrittenen Verlaufs auf die angedrohten Arbeitskämpfe verzichtet. Auch die Bahn hatte sich zuversichtlich für eine baldige Einigung geäußert.
DCRS meint: Wann nimmt dieses Farce endlich ein Ende !
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