Gesine Schwan, SPD und die Links-Partei

Ein Kommentar von Olivia Lüdke

Gesine Schwan, SPD und die Links-ParteiJetzt hat sie es also doch getan. Die SPD geht auf Konfrontation. Aus und vorbei mit der heiligen Einigkeit in der Großen Koalition. Ist das vielleicht der verzweifelte Versuch der Sozialdemokraten aus dem Image-Tief heraus zu kriechen, der Partei wieder zu einem eigenen Profil zu verhelfen ?

Doch offenbar ist das Selbstvertrauen der Roten nicht im selben Maße geschrumpft, wie ihre Anhängerschaft, im Gegenteil. In der SPD ist man ganz selbstverständlich davon überzeugt, dass die Linkspartei das Spielchen schon mitspielen wird; denn ohne diese, kann Gesine Schwan eine Wahl um das Amt des Bundespräsidenten gegen den Kandidaten der CDU, Amtsinhaber Horst Köhler, nicht gewinnen.

Vielfach war Gesine Schwan, derzeit Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, als kluge Frau bezeichnet worden, doch ob diese Kandidatur tatsächlich im Sinne der SPD „klug“ ist ?! Auf so manchen wirkt Schwan eher wie eine schrullige Geschichtenerzählerin.

Brandenburgs SPD-Chef Matthias Platzeck laut Medienberichten: „Gesine Schwan ist eine über Parteigrenzen hinweg hochgeschätzte Persönlichkeit. Sie ist eine kluge Frau, der es mit ihrer offenen und sympathischen Art gelingt, auch in schwierigen Konfliktlagen Brücken zu bauen.“

Am Montagvormittag wurde Schwan von der SPD einstimmig zum Präsidentschaftskandidaten nominiert. Sie wird im Frühjahr 2009 gegen Horst Köhler antreten. Schon einmal kandidierte Schwan gegen Köhler, im Jahr 2004; und verlor. Jetzt will sie es offenbar noch einmal wissen.

Gesine Schwan zeigte sich jüngst hoch motiviert: „Ich tue es mit Lust. Ich wäre schließlich nicht angetreten, wenn ich keine Chance hätte.“ errklärte sie selbstbewusst. Hoffentlich muss sie hier nicht wieder eine bittere Enttäuschung einstecken.

Offenbar will die SPD bei der Wählerschaft vor allem mit dem Argument „Frau“ punkten. Nach 60 Jahren Bundesrepublik sei es nun an der Zeit, dass endlich einmal eine Frau das höchste Amt im Staat inne habe.

Echte Emanzipation würde aber doch eigentlich bedeuten, dass nicht über das Geschlecht sondern über die Eignung diskutiert wird !

Die Linken denken unterdessen darüber nach, einen eigenen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ins Rennen zu schicken, dann hätte die SPD mit Gesine Schwan überhaupt keine Chance mehr, und eine dritte Kandidatur für Schwan ist mehr als unwahrscheinlich.

Die Linkspartei ist sich ihres Schieds-Status unterdessen bestens bewusst. Fraktionschef Gregor Gysi: „Wenn die SPD will, dass wir Gesine Schwan mitwählen, gehört es zum Grad der Zivilisation, dass sie mit uns redet.“

Das aber will die SPD dann doch nicht ganz so demonstrativ praktizieren, denn die Botschaft ist eindeutig. Die SPD macht gemeinsame Sache mit der Linkspartei, einer Partei die durchaus den Konflikt mit dem Grundgesetz sucht und gleichermaßen kommunistische und irreale Programme bewirbt. Aber die SPD-Linke fühlt sich dabei offensichtlich völlig wohl. Keine geringere als Andrea Nahles fädelte die Schwan-Kandidatur ein.

Warum tritt Nahles nicht gleich zur Linkspartei über, dort wäre sie besser aufgehoben und würde der SPD weniger Schaden zufügen !

Gesine Schwan hat wenig Klugheit bewiesen, dass sie sich für dieses Schmieren-Spiel benutzten lässt. Sollte sie diesmal in der Wahl wieder unterliegen, kann sie das Amt des Bundespräsidenten für den Rest ihrer Laufbahn vergessen.

So hat die SPD also ein eindeutiges Signal gesetzt. Die Roten fühlen sich bei den Roten wohl. Lediglich der in der SPD wenig beliebte Wolfgang Clement, Ex-Wirtschaftsminister, erhobt den Zeigefinger und warnte seine Partei vor einer Kandidatur von Gesine Schwan: „Wer das will, der oder die setzt ein politisches Signal, und zwar für ein rot-rot-grünes Bündnis auf der Bundesebene!“

Wollen die deutschen Bürger das vielleicht tatsächlich ?

Artikel vom 26. Mai 2008

2 Antworten zu “Gesine Schwan, SPD und die Links-Partei”

  1. Hans sagt:

    Laßt sie doch - dann weiß auch der letzte Wähler endlich, woran er mit der neuen SED ist!

  2. Herr Bratbäcker sagt:

    “…….Die Linkspartei ist sich ihres Schieds-Status unterdessen bestens bewusst. Fraktionschef Gregor Gysi: „Wenn die SPD will, dass wir Gesine Schwan mitwählen, gehört es zum Grad der Zivilisation, dass sie mit uns redet.“……………”

    Die frische LINKE sollte nicht den Fehler begehen, sich von einer sterbenden Partei umarmen zu lassen. Gysi ist hoffentlich clever genug, sich lieber in näherer Zukunft für eine kompromisslose Oppositionspolitik zu entscheiden, was ja die Beteiligung von opportunistischen Parteien wie z.B. den GRÜNEN nicht ausschließt, wenn sie nicht federführend sind und sich mit ein paar Pöstchen zufrieden stellen lassen.

    Unabhängig davon hat Gysi mit seiner oben zitierten Aussage natürlich recht.

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