Gewalttätige Mönchsproteste in Tibet

Von Christian Dieter Matuschek

Gewalttätige Mönchsproteste in TibetDie chinesische Kontrolle über Tibet stößt immer mehr auf gewalttätigen Widerstand bei der einheimischen Bevölkerung. Nach mehrtägigen Protesten von buddhistischen Mönchen gegen die chinesische Herrschaft in Tibet ist es am Freitag im Zentrum der Hauptstadt Lhasa zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Offenbar haben Demonstranten vor dem Jokhang-Tempel chinesische Polizei- und Feuerwehrautos tätlich angegriffen, umgestürzt und in Brand gesetzt.

Die chinesischen Feuerwehrleute und Polizisten seien verprügelt worden. Die Demonstranten hätten die chinesische Flagge auf dem Platz vor dem Tempel schließlich eingeholt und mit Füßen auf ihr herumgetrampelt. Nach Berichten von US-Bürgern fielen bei den Protesten Schüsse und es habe einige Verletzte gegeben.

“Es herrscht Chaos”, sagte eine Augenzeugin. “Die Menschen hatten Stöcke und Steine in den Händen.”

Die Polizisten wären allerdings vor der aufgebrachten Menge zurückgewichen. Schließlich habe man versucht mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften die Aufständischen zu zerschlagen. Polizisten mit spezieller Ausrüstung gegen gewalttätige Demonstranten wurden eingesetzt. Zu Ausschreitungen sei es auch auf dem Platz vor dem Potalla-Palast gekommen.

Im Zuge der sich ausweitenden Proteste hatten sich zuvor zwei Mönche in Lhasa bei einem Selbstmordversuch die Pulsadern aufgeschnitten, wie der US-Radiosender Radio Free Asia (RFA) berichtete. Die beiden buddhistischen Mönche aus dem Drepung-Kloster seien in “kritischem Zustand”. In einem anderen Kloster sollen Mönche in Hungerstreik getreten sein. Drei große Klöster in Lhasa seien von Truppen umstellt und für Touristen gesperrt worden.

Bei einem friedlichen Protestmarsch von Exil-Tibetern in Nordindien gegen die Olympischen Spiele im heurigen Sommer in Peking, hatte die indische Polizei nach Augenzeugenberichten mehr als 100 Menschen festgenommen. Sie traten am gestrigen Donnerstag in einen Hungerstreik. Die Demonstration im Unionsstaat Himachal Pradesh war in der Stadt Dehra gestoppt, die Festgenommenen in Bussen weggebracht worden.

Seit dem gewaltsamen Einmarsch der chinesischen Armee im Jahr 1950 wird Tibet von Peking regiert. Der schwer zugängliche Klosterstaat Tibet im Himalaya wurde 1950 von chinesischen Truppen besetzt und im folgenden Jahr dem kommunistischen Staat einverleibt. Das ehemalige Staatsoberhaupt, der Dalai Lama musste fliehen und ging nach Indien ins Exil.

Aufstände der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft wurden später niedergeschlagen. Allein 120.000 Tibeter leben seither im indischen Exil. Im indischen Dharamsala hat der Dalai Lama eine Exil-Regierung etabliert. Der Dalai Lama wirbt für mehr Autonomie Tibets. China lehnt dies strikt ab.

Am 1. September 1965 errichtete Peking die “Autonome Region Tibet”; deren Fläche ist wesentlich kleiner als die des alten Tibet, von dem Teile den chinesischen Provinzen Qinghai und Sichuan zugeschlagen wurden. Menschenrechtsorganisationen und der Dalai Lama haben Peking unter anderem Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen, sowie “kulturellen Völkermord” durch die massive Ansiedlung von Han-Chinesen vorgeworfen.

DCRS ONLINE meint: Wird das ein Bürgerkrieg in Tibet, zwischen Einheimischen und angesiedelten Chinesen ?!

Artikel vom 14. März 2008

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