Grundig prüft Geschäft mit Haushaltstechnik

Von Eleonore Matschge

Grundig prüft Geschäft mit HaushaltstechnikFernseher waren bislang das Kerngeschäft des Nürnberger Elektrokonzerns Grundig. Dieser erwägt nun in das Geschäft Haushaltsgeräten einzusteigen und Waschmaschinen, Kühlschränke, Küchenmaschinen, Mixer etc. zu vertreiben, die sogenannte Weiße Ware.

“Wir führen Studien durch, ob wir in das Geschäft mit der so genannten weißen Ware gehen”, sagte Bülent Bulgurlu, Vorstandschef des türkischen Grundig-Eigners Koc, der “Financial Times Deutschland”.

Damit könnte es künftig auch Geschirrspül- und Waschmaschinen von Grundig geben. Konkret sind die Pläne laut Bulgurlu aber noch nicht.

Das Stammgeschäft mit Fernseher und Audiogeräten wurde bereits aufgeweicht und teilweise erweitert. Seit zwei Jahren vertreiben die Nürnberger in Deutschland unter eigener Marke Haartrockner, -glätter und -schneider und seit einem Jahr Bodenstaubsauger. Dies laufe sehr erfolgreich, sagte Grundig-Chef Michael Peterseim.

“Diese Produkte gehen jetzt in ganz Europa in den Verkauf.” Zudem will Grundig Klimaanlagen am Markt einführen: Dies wird in Portugal getestet. Die Produkte abseits des Stammgeschäfts lässt Grundig nach eigenen Vorgaben von Auftragsfertigern in Asien produzieren.

Die Ausdehnung der Marke Grundig soll dazu beitragen, dass Koc die millionenschweren Investitionen in die fränkische Traditionsfirma amortisieren kann. Unter den 13 Marken von Koc’ Konsumelektroniktochter Arcelik ist Grundig die international bekannteste.

Trotzdem hatten die Türken mit dem jahrelang defizitären Unternehmen bislang nur Kosten, keine Erträge. Der größte Konzern der Türkei hatte sich 2004 bei der insolventen Firma eingekauft, zu gleichen Teilen mit dem britischen Händler Alba. Damals zahlte Koc 40 Mio. Euro, im März 2008 für den Erwerb der zweiten Hälfte von Alba weitere 35 Mio. Euro.

Artikel vom 30. Juni 2008

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