Haftstrafe für falschen Terroralarm

Von Jette Petersen

Ziemlich kurzsichtig und verbohrt hat sich ein schwedischer Schwiegervater aufgeführt. Er wollte im Jahr 2006 im Sinne seiner Tochter verhindern, dass deren Ehemann in die USA fliegt und schwärzte den Ahnungslosen beim amerikanischen Geheimdienst FBI fälschlicherweise als Terroristen an.

Nun wurde er zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt und muss eine Geldstrafe in Höhe von 60000 Kronen, rund 6337 Euro, bezahlen. Die Richter in Stockholm hatten für das Verhalten des, jetzt ehemaligen, Schwiegervaters kein Verständnis

Leif Holm hatte zuvor die Tat gestanden. Er räumt ein, im Jahr 2006 mit einer E-Mail an das FBI eine berufliche USA-Reise seines unliebsamen Schwiegersohns verhindern wollte.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich der Schwiegersohn und seine Frau mitten im Scheidungskrieg. Die Frau wollte ihren Mann nicht in die USA fliegen lassen und verlangte, dass er bei ihr und den Kindern bleibt. Als sein Schwiegersohn sich weigerte, schrieb Holm die verhängnisvolle E-Mail an das FBI.

Darin bezeichnete er den Mann seiner Tochter als schwedischen Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida, der sich in den USA mit Kontaktmännern treffen wolle, und fügte Namen und Flugnummer bei. Der ahnungslose Schwiegersohn wurde sofort nach der Landung in Florida festgenommen, verhört und nach einer Nacht im Gefängnis zurück nach Europa geschickt.

Er habe nicht gedacht, dass die US-Behörden “so dumm” sein und ihm glauben würden, verteidigte sich Holm. Er habe nicht ahnen können, “dass die größte Demokratie der Welt so etwas tut”. Der schwedische Geheimdienst war dem rachsüchtigen Schwiegervater auf die Spur gekommen, indem er die E-Mail zurückverfolgte.

DCRS meint: Es ist sogar selbstverständlich, dass in einer Demokratie jedem ernst zu nehmenden Hinweis nachgegangen wird. Offenbar sind manche Leute gar nicht fähig in einer Demokratie zu leben, wenn sie ihre Rechtsmittel derart missbrauchen.

Artikel vom 31. Januar 2008

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