Hisbollah will Gefangene mit Israel austauschen

Von Andre Bergmann

Hisbollah will Gefangene mit Israel austauschenDer Führer der libanesischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah erklärte jüngst in Beirut: “Ich erkläre hiermit unser Einverständnis mit dem Austausch”. Damit kann ein Gefangenenaustausch zwischen der Hisbollah und Israel stattfinden. Der Termin soll etwa „um den 15. Juli“ herum liegen.

“Das Ganze wird dann einige Tage dauern”, sagte Nasrallah. Von israelischer Seite gab es dazu noch keine offizielle Stellungnahme.

Der geplante Austusch wurde unter der Vermittlung der Vereinten Nationen ausgehandelt. “Die Vermittlung kam durch die Vereinten Nationen und nicht durch Deutschland zustande, aber der von den UN beauftragte Vermittler ist ein Deutscher”, präzisierte Nasrallah. Die Gespräche über den geplanten Gefangenenaustausch dauerten nach Nasrallahs Worten “mehr als ein Jahr”.

Zur Vereinbarung gehöre aus Sicht der Hisbollah neben dem Austausch von Gefangenen auch die Übergabe von rund 200 Leichen von Hisbollah-Kämpfern. “Einige von ihnen sind schon während der israelischen Invasion im Libanon 1982 gefallen, nicht erst beim jüngsten Krieg 2006″, sagte Nasrallah.

Die Hisbollah erwartete auch Informationen über den Verbleib von vier iranischen Diplomaten, die während des Kriegs 1982 unter noch ungeklärten Umständen verschwunden waren.

Der deutsche Vermittler Gerhard Conrad hat der israelischen Regierung am Montag nach offiziell unbestätigten Angaben einen Bericht über den Tod eines seit zwei Jahrzehnten vermissten Luftwaffen-Offiziers übergeben.

Dies galt als erster Schritt für den weiteren Häftlings- und Leichenaustausch. Nach Berichten israelischer Medien soll ein Unterhändler Israels in den kommenden Tagen nach Berlin reisen, um dort ein Dokument über den Austausch zu unterzeichnen.

Artikel vom 3. Juli 2008

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