Holzklotz-Brücken-Mord: Staatsanwalt schimpft über Polizei

Von Stefan Marx

Staatsanwaltschaft schimpft über PolizeiDie Polizei tritt bei der Ermittlungen nach dem feigen Mörder, der mit dem Wurf eines Holzklotzes von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg eine junge Mutter tötete, offenbar auf der Stelle und das scheint den zuständigen Staatsanwalt ziemlich zu nerven.

Der Oldenburger Generalstaatsanwalt ist nämlich der Ansicht, dass die Pressearbeit der Polizei schlecht und vollkommen überzogen gewesen sei.

So schließt Staatsanwalt Rudolf Finger nicht aus, dass die aggressive Öffentlichkeitsarbeit schuld daran sein könnte, dass der Täter noch immer nicht gefunden ist.

Finger hält es für „unverantwortlich“, wenn die Polizei ohne Absprache einen Massengentest ankündigt oder die Belohnung erhöht, denn für eine derartige Entscheidung fehle der Polizei jede Befugnis.

„…In die Öffentlichkeit gehört dies jedenfalls am Anfang der Ermittlungen überhaupt nicht und schadet der Arbeit der Staatsanwaltschaft…“. Ein derartiges Verhalten, wie es die Polizei im vorliegenden Falle praktiziert hat, könne „..in schwerwiegender Weise eine spätere Überführung des Täters oder der Täter gefährden…“, so Finger.

Der Staatsanwalt sagte weiterhin, dass es sei höchste Zeit, dass „die Polizei von weiteren Eigenmächtigkeiten Abstand“ nehme.

DCRS ONLINE meint: Die Behörden sollten nicht streiten, sondern lieber den Täter finden. Dennoch: Wenn die Polizei ihre Befugnisse überschreitet, kann man den Staatsanwalt durchaus verstehen.

Artikel vom 12. April 2008

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