Honorarstreit beigelegt – Ärzte erhalten 2,5 Milliarden mehr

Von Stefan Marx

Honorarstreit beigelegt – Ärzte erhalten 2,5 Milliarden mehr  FotoDer Streit zwischen Ärzte-Verbänden und Krankenkassen um die künftigen Arzthonorare ist beigelegt. Die Parteien einigten sich auf eine Verhöhung der Vergütungen um 2,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr. Ausgehandelt worden war diese Einigung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Damit steigt das Honorarvolumen für die rund 145.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten im Vergleich zum jetzigen Budget um gut zehn Prozent.

Ursprünglich forderten die Ärzte ein Plus von 4,5  Milliarden Euro, mindestens aber 2,5 Milliarden.

Eine Anhebung um 2,5 Milliarden Euro hatte die Politik selbst ins Gespräch gebracht und damit die Kassen unter Druck gesetzt. Die Höhe des Honorarvolumens ist mitentscheidend für den künftig einheitlichen Beitragssatz des neuen Gesundheitsfonds, der im Oktober festgesetzt werden soll. Der umstrittene Gesundheitsfonds startet Anfang 2009. Die nun durchgesetzte Honorarsteigerung entspricht einer Steigerung der Belastungen für die Beitragszahler um 0,25 Prozentpunkte.

“Diese massive Honorarerhöhung werden leider alle Versicherten deutlich in ihren Portemonnaies spüren”, kritisierte der Verhandlungsführer der Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg, in einer ersten Reaktion. Der Sprecher der Kassenärzte, Roland Stahl, begrüßte das Ergebnis dagegen. Es sei gelungen, das beste Ergebnis seit langem zu erreichen, sagte Stahl.

Auch das Bundesgesundheitsministerium begrüßte das Ergebnis. “Mit dem heutigen Votum kommt die Gesundheitsreform der Bundesregierung ein weiteres großes Stück voran. Wir begrüßen, dass die Kassenärzte nun ein kalkulierbares, gerechteres und auch transparentes Honorarsystem erhalten”, teilte ein Sprecher mit. Die Honorarreform diene “letztlich dem Zweck, die ärztliche Versorgung der Patienten zu verbessern und zu sichern”.

Artikel vom 29. August 2008

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