Honorarstreit der Ärzte bald beendet

Von Eleonore Matschge

Honorarstreit der Ärzte bald beendet    FotoÄrzte und Krankenkassen müssen sich derzeit auf verbindliche Ärztehonorare einigen. Die Ärzte wollen eine bessere Entlohnung, die Krankenkassen möglichst geringe Kosten verhandeln. Angesichts dieses Interessenkonflikts hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, SPD, die Verhandlungsparteien zu einer raschen Verhandlungslösung aufgefordert.

“Ich gehe davon aus, dass die Ärzte auch an einer Lösung interessiert sind - auch die Krankenkassen”, sagte sie im ZDF. Deshalb erwarte sie “diese Woche” noch ein Ergebnis.

Schmidt bekräftigte, die Regierung wolle “ein besseres Honorierungssystem als wir heute haben”. Es müsse zum Beispiel gleiche Einkünfte für Ärzte in Ost und West garantieren. Bei einer Budgeterhöhung von 2,5 Milliarden Euro für die Ärzte seien 0,25 Prozent Beitragssatzplus fällig, rechnete die Ministerin vor.

“Wir gehen an den Verhandlungstisch mit der klaren Erwartungshaltung, vom neutralen Schlichter ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt zu bekommen.” Jeder niedergelassene Arzt müsse einen spürbaren Ausgleich für die seit mehr als zehn Jahren anhaltende Unterfinanzierung erhalten. Die Ärzte erwarten von Kassen eine deutliche Erhöhung des Budgets.

Derzeit beträgt das Budget für die 145.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten rund 23 Milliarden Euro. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verlangt 2,5 Milliarden Euro mehr. Einen früheren Schlichtervorschlag wies sie zurück und brach die Gespräche ab. Der Schlichter, Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, hat nun 2,3 Milliarden Euro angeboten. Der Verhandlungsführer des Kassen-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, forderte die Ärzte auf, an den Gesprächen teilzunehmen. Die Entscheidung über die Honorare solle am Verhandlungstisch fallen und nicht der Politik überlassen werden, wie es für den Fall einer Nichteinigung vorgesehen ist.

Tags:

Tags: , ,
Artikel vom 27. August 2008

Hinterlasse eine Antwort