Iakische Regierung verbietet private Sicherheitsfirma Blackwater USA im Irak
Das irakische Innenministerium hat der privaten amerikanischen Sicherheitsfirma Blackwater USA die Lizenz am Montag entzogen. Diese Entscheidung kam nach dem Tod von acht Zivilisten in einem Feuergefecht, in welches Söldner von Blackwater involviert waren. Das amerikanische Verteidigungsdepartement will den Unfall, welches es „einen tragischen Vorfall“ nannte, untersuchen.
Nebst den acht toten Zivilisten wurden 14 weitere verwundet, so die irakischen Behörden. Das Gefecht fand am Sonntag an einem belebten Platz statt.
Das Innenministerium gab an, dass das Gefecht etwa am Mittag ausbrach, als ein Konvoi mit Geländewagen von Unbekannten unter Beschuss genommen wurde. Die Männer in den Geländewagen, welche von Zeugen als westlich beschrieben wurden, schossen anschliessend zurück.
Ein Zeuge sagte aus, eine Explosion kurz vor dem Ausbruch des Feuergefechts gehört zu haben.
„Wir sahen einen Konvoi mit Geländewagen die Strasse entlangfahren, und eine Minute später hörte ich eine Explosion. Diese wurde von Gewehrschüssen gefolgt. Das Gefecht zwischen den Unbekannten und den westlichen Männern in zivil dauerte etwa 20 Minuten. Wir versuchten alle, uns in Sicherheit zu bringen“, so Hussein Abdul-Abbas, ein Zeuge des Gefechts.
Ein Konvoi einer anderen privaten Sicherheitsfirma fuhr kurz darauf durch die gleiche Strasse:
„Wir sahen einige zerstörte Autos, tote Körper am Boden, Verwundete, welche evakuiert wurden. Das amerikanische Militär sperrte die Gegend ab. Es war eine üble Szene“, so Carter Andress, CEO einer privaten Sicherheitsfirma gegenüber CNN am Montag.
Ein Sprecher des irakischen Innenministeriums erklärte heute: „Wir haben die Lizenz von Blackwater eingezogen. Blackwater darf nun nirgendwo im Irak mehr operieren. Die Untersuchung läuft, und all diejenigen, welche verantwortlich sind für die Morde am Sonntag werden sich vor dem irakischen Gesetz verantworten müssen.“
Die US Aussenministerin Condoleezza Rice wollte am Montag den irakischen Staatspräsidenten anrufen, um den Vorfall zu diskutieren.
Auch von Seiten der USA wurde eine Untersuchung eingeleitet. Bei dieser Untersuchung wurde aber schon im vornhinein darauf hingewiesen, dass sich die Gegner oft als Zivilisten verkleiden, um so Vorteile zu erheischen. Dies führte in der Vergangenheit oft zu Verwechslungen, in welchen unschuldige Zivilisten im Kreuzfeuer starben.
Blackwater ist die führende Sicherheitsfirma im Irak. Die Söldner von Blackwater sind vor allem im Personenschutz zuständig. Auch der amerikanische Botschafter wird von Blackwaterpersonal bewacht.
Im Irak operieren derzeit etwa 25000 Söldner. Seit Beginn des Krieges sind schon etwa 200 Söldner umgekommen.
Blackwater wurde erstmals in den Medien erwähnt, als vier ihrer Mitarbeiter in einem Geländewagen erschossen und deren verkohlte Reste anschliessend an einer Brücke zu Fallujah aufgehängt wurden. Die Bilder wurden weltweit übertragen. Einige Wochen später stürmte die amerikanische Armee in einer der grössten Operationen im Nachkriegsirak die Stadt und zerstörte sie fast vollständig.
Schon früher hat sich die irakische Regierung über die privaten Sicherheitskräfte beschwert. Diese unterliegen nicht dem Militärgericht der vereinigten Staaten und befinden sich fast in einem rechtslosen Raum.
Besonderes Aufsehen erregte ein Video, in welchem private Söldner wahllos auf Zivilisten schiessen. Es gibt Berichte über einen Söldner, welcher vor dem Ende seines Einsatzes im Irak unbedingt jemanden töten wollte. Am letzten Tag entleerte er ein Magazin seines Sturmgewehres in ein Taxi und tötete dabei den Fahrer.
Die privaten Söldner und Sicherheitskräfte im Irak unterliegen dem amerikanischen Recht. Daher sind die Aufklärungen solcher Verbrechen oft sehr schwer und die Verantwortlichen werden fast nie bestraft.
DCRS meint: Katastrophale Zustände !
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