IKB wird von Lone Star übernommen

Von Eleonore Matschge

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Jetzt ist es offiziell. Die ins Stolpern geratene halb-staatliche Mittelstandsbank IKB wird von der US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star übernommen. Satte 90,8 Prozent der angeschlagenen deutschen Bank will Lone Star kaufen.

Das teilte die bisherige Mehrheitseignerin KfW in einer Einladung zur Pressekonferenz über den Verkauf mit. Lone Star sticht den Finanzinvestor RHJ International aus. Die IKB-Aktie legte vorbörslich rund 30 Prozent zu.

Die Mehrheitseignerin KfW zieht mit dem Verkauf der IKB einen Schlussstrich unter ihr desasröses Engagement bei der Düsseldorfer IKB:

KfW, Lone Star und RHJ lehnten eine Stellungnahme zunächst ab.

Der Präsidialausschuss des staatlichen Großaktionärs hatte am Mittwochabend in Berlin über den Verkauf beraten. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte nach dem Ende der Sitzung, dass der Ausschuss dem Vorschlag des Vorstandes einstimmig gefolgt sei. Die Entscheidung sei “nach Lage der Dinge gut gelaufen”.

Den Namen des Käufers nannte der Politiker, der derzeit auch Chef des KfW-Verwaltungsrats ist, nicht. Die KfW will sich im Lauf des Tages in Frankfurt auf einer Pressekonferenz äußern.

Nur mit Milliarden-Hilfen des Staates konnte eine Pleite der IKB verhindert werden. Diese war von der US-Hypothekenkrise im Sommer 2007 stark mitgenommen worden.

Seit Monaten verhandelte die KfW mit Interessenten über einen Verkauf ihres voraussichtlich bald auf 90 Prozent steigenden Anteils an der IKB, die sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert hat.

Der für sein hartes Durchgreifen bekannte Investor Lone Star dürfte nach Ansicht von Experten versuchen, das Institut gesundzuschrumpfen - nach dem Vorbild der erfolgreichen Sanierung der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR, heute Corealcredit).

Der Bund rechnet mit einem Verkaufserlös von 800 Mio. Euro. Knackpunkt in den abschließenden Verhandlungen dürfte die Frage gewesen sein, in welcher Höhe der Bund auch nach einem Verkauf noch Risiken aus den IKB-Büchern übernimmt. Signalisiert hat der Bund bereits eine Garantie der KfW von bis zu einer Milliarde Euro für einen Teil der Verlustrisiken. Inzwischen ist davon die Rede, dass er eine Summe von rund 800 Mio. Euro im Zuge des Verkaufs wird absichern müssen. Glos sagte nach der Sitzung auf die Frage nach der Übernahme von Risiken: “Im Grunde ist alles im Rahmen der Planzahlen und in trockenen Tüchern.”

Artikel vom 21. August 2008

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