In Libanon wurde ein Generalstreik nach den jüngsten Anschlägen ausgerufen

Von Jan Konrad

Politiker Antoine Ghanem starb neben weiteren Opfern bei dem AnschlagDie libanesische Phalange-Partei hat heute zu einem zweitätigen Generalstreik aufgerufen, ein Tag nach den verheerenden Anschlägen auf einen antisyrischen Politiker. Bei dem Anschlag kamen der Politiker und vier weitere Menschen ums Leben.

Dieser Anschlag ist der jüngste in einer Serie von Anschlägen auf Politiker, welche sich klar gegen Syrien stellen. Für die Explosion wurde Syrien verantwortlich gemacht. Der Politiker, der bei dem Anschlag ums Leben kam, war der 64 jährige Antoine Ghanem, ein Mitglied der Phalange Partei, welche den Streik heute forderte. Der Parlamentarier war antisyrisch eingestellt, zudem war er Christ.

Nebst der Phalangepartei hat auch die Gewerkschaft der Bankiers und das Ministerium für Bildung den Streik unterstützt. Die Partei ist als besonders antisyrisch bekannt, und dem Regime in Damaskus ein Dorn im Auge.

Die Bombe, die am Mittwochabend neben einer Autokolonne in einem überwiegend christlichen Vorort Beiruts detonierte, riss insgesamt fünf Menschen in den Tod.

Es wurden mindestens 70 weitere Menschen teils schwer verletzt, so die libanesischen Sicherheitskräfte. Der Anschlag droht die politische Spaltung im Land weiter zu verschärfen, dies nur wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen.

Der Anschlag auf den Parlamentarier reduzierte den Mehrheitsblock von 69 auf 68. Dies macht es laut anderen Parlamentariern schwierig, einen freien Präsidenten für Libanon zu wählen.

Der derzeitige Premierminister Fouad Siniora erklärte, dass der Angriff aber keine Auswirkung auf die Präsidentschaftswahl habe. Diese werde dennoch durchgeführt werden:

„Die Hand des Terrors wird uns weder unterwerfen noch mundtot machen. Libanon wird sich nicht ergeben und wir werden einen neuen Präsidenten wählen, egal wie gross die Verschwörung sein mag.“

Der ehemalige Präsident des Libanon, Amine Gemayel, nannte das Opfer der Anschläge einen „sehr engen Freund von mir“. Seine Ermordung sei „sehr bedrohlich für die Zukunft des Libanon“.

Der Minister für Telekommunikation beschuldigte Syrien, seine Terrorerfahrung zu verwenden, um die Mitglieder der Freiheitsbewegung im Libanon umzubringen. So soll Syrien versuchen, auf diesen Weg den Anschluss des Libanons an Syrien wieder anzustreben.

Die syrische Regierung verurteilte aber in einer inoffiziellen Quelle die Anschläge:

„Dieser Anschlag hatte als einziges Ziel, die Bemühungen Syriens zu treffen, die nationale Einigung im Libanon zu erzielen.“

Präsident Bush nannte den Anschlag einen „schlimmen Meuchelmord“:

„Seit dem Oktober 2004 gibt es im Libanon mehrere politische Morde, alle nur darauf ausgerichtet, die Libanesen mundtot zu machen, die ihre Vision von einem freien und unabhängigen Libanon verteidigen“, so Bush in einer Pressemeldung.

Der ehemalige libanesische Premierminister Rafik Hariri wurde im Februar 2005 in Beirut bei einem Bombenanschlag ermordet. Dieser Attentat führte zum Truppenabzug von Syrien aus dem Libanon.

Eine UNO-Untersuchung ergab im letzten Jahr, dass die Ermordung von Hariri anscheinend mit hohen syrischen Politikern in Verbindung gebracht werden könnte. Syrien hat aber jegliche Verantwortung abgelehnt.

Der Libanon forderte das Attentat von gestern in die UNO-Untersuchung gegen Syrien einzufügen.

DCRS meint: Hört endlich mit diesen bekloppten Anschlägen auf !

Artikel vom 20. September 2007

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