Inflationsangst stoppt Konsum der Verbraucher
Wie die Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, jüngst mitteilte hat sich das Konsumklima in Deutschland merklich abgekühlt. Die steigenden Energiepreise und die belastende Inflation werde zu einer immer größeren Belastung für die Verbraucher und deren Einkaufslust in Deutschland.
Die Anschaffungsneigung rutschte im Juni auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Für den Konsumklimaindex erwarten die GfK-Experten im kommenden Monat nur noch einen Wert von 3,9 Punkten nach 4,7 Punkten im Juni. Das Nürnberger Marktforschungsinstitut ermittelt den Index zur Verbraucherstimmung in Deutschland monatlich.
Zugleich halbierte die GfK ihre Prognose für den privaten Verbrauch in Deutschland auf Grund der hohen Inflationsrate. Im laufenden Jahr sei nur noch ein Zuwachs von 0,5 Prozent zu erwarten. Bereits im März war die Prognose von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt worden.
Die anhaltenden Preissteigerungen können nach Ansicht des GfK-Vorstandsvorsitzenden Klaus Wübbenhorst zu einer Gefährdung für die Konjunktur werden. “Die hohen Energie- und Lebensmittelpreise schlagen den Verbrauchern auf den Magen”, sagte Wübbenhorst. Die gegenwärtige Verbraucherstimmung sei “alles andere als ein Sommermärchen”.
Da der Konsum einen erheblichen Teil zum Bruttosozialprodukt beitrage, führe dies zu einer Beeinträchtigung der Konjunktur, sagte Wübbenhorst. Einige Bereiche wie etwa die Unterhaltungselektronik seien im ersten Halbjahr zwar gewachsen. “Da gibt es wegen der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele sicherlich eine kleine Sonderkonjunktur.” Aber insgesamt werde die Anschaffungsneigung der Bundesbürger durch die Inflationserwartungen gebremst und sei deutlich rückläufig.
“Die gefühlte Inflation reduziert die Kauflaune”, sagte Wübbenhorst. Wenn sich Güter des täglichen Bedarf verteuerten, erwecke dies den Eindruck einer höheren Inflation, als tatsächlich belegbar sei. Wübbenhorst warnte dennoch vor “Wahlgeschenken” wie etwa der Rückkehr zur alten Pendlerpauschale. “Ich spreche mich für Berechenbarkeit aus”, sagte er. Auf den Prüfstand müsse aber die “kalte Progression”, bei der Einkommenserhöhungen durch höhere Besteuerung aufgefressen werden.
Zusätzliche Belastungen für den Konsum durch höhere Kreditkonditionen in Deutschland erwartet Wübbenhorst derzeit nicht. “Höhere Zinsen wirken sich unmittelbar zunächst bei den Investitionsentscheidungen der Unternehmen aus”, sagte er. Wenn die Unternehmen allerdings vorsichtiger kalkulieren müssten, könne dies wiederum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.
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