Insiderhandel - Börsenaufsicht bei EADS fündig

Von Stefan Marx

Insiderhandel Börsenaufsicht bei EADS fündigDer Tag der Wahrheit ist für EADS offenbar gekommen. Die französische Börsenaufsicht AMF hat mitgeteilt, dass Beweise für Insiderhandel bei EADS gesichert werden konnte. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern habe den Märkten irreführende Informationen zukommen lassen, um sich eine bessere Platzierung im Marktgeschehen verschaffen zu können.

Die Erkenntnisse würden nun unverzüglich der Pariser Staatsanwaltschaft übermittelt.

18 Monate lang hatte die AMF den Aktienhandel der EADS-Spitzenmanangern und Großaktionären von DaimlerChrysler, sowie Lagardère untersucht, - noch bevor Bekanntwerden der Verzögerungen beim Bau des Superjumbos A380 der EADS-Tochter Airbus im Juni 2006.

Im April 2006 hatte die französische Mediengruppe Lagardere und der Autobauer Daimler mitgeteilt, dass sie Anteile von je 7,5 Prozent an EADS verkaufen wollten. Am 14. Juni 2006 wurden die Probleme dem Markt bekannt und die Aktie brach um fast 27 Prozent ein. Zu Zeiten des A380-Hypes war der Kurs auf mehr als 35 Euro geklettert; aktuell liegt er unter 15 Euro. Lagardère und Daimler hatten noch vor dem großen Einbruch je 7,5 Prozent EADS-Anteile abgestoßen. Viele Top-Manager hatten mit Aktienoptionen Kasse gemacht, darunter der langjährige Airbus-Chef Noël Forgeard.

Doch das Ermittlungsergebnis wird nicht nur auf die einbezogenen Manager konkrete Auswirkungen haben, sondern könnte auch die Milliardengeschäfte des Flugzeugbauers ins Wanken bringen.

Im Vorfeld hatte EADS-Chef Louis Gallois in einem Interview erklärt: “Das Collège muss sich zu sehr komplexen und für EADS sehr folgenschweren Fragen äußern.”

Diese “Warnung” sei von der AMF “sehr schlecht aufgenommen” worden, schrieb “Le Monde” im Vorfeld. Der Zeitung zufolge könnte EADS Verträge wie den Riesenauftrag aus den USA über 35 Mrd. Dollar für Tankflugzeuge verlieren, wenn die AMF den Konzern der Falschinformation bezichtigt. Auch das deutsch- französische Gleichgewicht im Konzern könne gefährdet werden.

Artikel vom 1. April 2008

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