Island droht Staatsbankrott

Von Andre Bergmann

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Die isländische Regierung hat die komplette Kontrolle über das inländische Bankengewerbe übernommen und will so einen Staatsbankrott, verursacht durch die weltweite Finanzkrise, verhindern. Ministerpräsident Geir Haarde erklärte, dass für das nordeuropäische Land eine „reelle Gefahr“ bestehe, durch die globale Finanzkrise nachhaltig geschädigt zu werden. Auch ein Staatsbankrott sei möglich.

Die Regierung rief die Notstandsgesetze aus, die der Regierung in Reykjavik die totale Kontrolle über die Banken ermöglicht. Haarde kündigte als ersten Schritt den Verkauf von Auslandsaktivitäten der führenden Geldinstitute an.

Die extrem aggressive internationale Expansion der drei größten isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir gilt als entscheidende Ursache für die akute Krise auf der Nordatlantikinsel mit gut 300.000 Einwohnern. Die Regierung kann Banken umgehend verstaatlichen, zu Fusionen zwingen, Spitzenmanager auswechseln und Grenzen für deren Entlohnung setzen.

Bereits vor der Ankündigung hatte die Regierung zu Wochenbeginn eine unbegrenzte Garantie für private und kommerzielle Bankeinlagen ausgesprochen. Vorausgegangen war ein kompletter Stopp des Handels mit Aktien aus der Finanzbranche an der Börse in Reykjavik. Glitnir konnte in der Vorwoche nur durch Übernahme von 75 Prozent der Anteile durch die Regierung für umgerechnet 600 Mio. Euro vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Ein Minister der Regierung sagte im Fernsehen, eine weitere Bank sei in Schwierigkeiten. Er wollte den Namen nicht nennen.

Artikel vom 7. Oktober 2008

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