Israel stimmt Waffenstillstand im Gazastreifen zu

Von Andre Bergmann

Israel stimmt Waffenstillstand im Gazastreifen zuDie Vermittlungen von Ägypten tragen nun endlich Früchte. Jüngst stimmte Israel einem Waffenstillstand mit der radikal-palästinensischen Hamas im Gazastreifen zu. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte Entsprechendes am Mittwochmorgen mit.

Die Waffenruhe soll am Donnerstag 05.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten.

Am Dienstag hatte Israel die von Ägypten und der Hamas verkündete Einigung nicht bestätigt. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums war in der Nacht zu abschließenden Beratungen nach Ägypten gereist. Die Vereinbarung gilt für sechs Monate. Israel will dabei die Blockade des Küstengebiets stufenweise lockern.

Auch nach der Ankündigung, dass eine Waffenruhe in Kraft treten soll, hatten militante Palästinenser am Dienstagabend erneut selbstgebaute Raketen in das israelische Grenzgebiet gefeuert. Israelische Medien berichteten, ein Kind in der Grenzstadt Sderot sei leicht verletzt worden.

Hamas-Führer Mahmud Sahar hatte zuvor erklärt, eine Waffenruhe mit Israel solle am Donnerstagmorgen in Kraft treten. Das israelische Militär wurde nach Presseberichten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um “mögliche massive Terrorangriffe” zu verhindern, die das Abkommen unterlaufen sollen.

Die weltweite Staatengemeinschaft reagierte skeptisch auf die Waffenruhe. Fraglich erscheint, ob das Abkommen eine dauerhafte Ruhe gewährleisten könne. Vor allem die Hamas lehne eine Abkehr von der Gewalt ab, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

“Jemandem eine geladene Waffe an den Kopf zu halten und zu sagen, man drückt nicht ab, ist etwas völlig anderes als die Waffe wegzunehmen, sie wegzuschließen und zu versichern, man holt sie nicht wieder hervor”, sagte Casey. Dennoch würden die USA ein Abkommen begrüßen, das Angriffe auf Israelis nahe des Gazastreifens stoppt, sagte der Sprecher.

Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hatten monatelang indirekt unter ägyptischer Vermittlung verhandelt. Hamas-Führer Sahar sagte in Gaza, es sei eine “bilaterale Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern” vereinbart worden. Über den Gazastreifen verhängte Sanktionen sollten in den Stunden nach Beginn der Waffenruhe teilweise aufgehoben und die Grenzübergänge zum Gazastreifen wenige Tage später geöffnet werden, sagte Sahar.

Die Vereinbarung über die Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel soll den Angaben zufolge in drei Phasen umgesetzt werden. Zuerst soll jede Gewalt aufhören. Das bedeutet, dass militante Palästinenser den Beschuss von israelischen Grenzgemeinden mit Raketen beenden und auf Anschläge auf Grenzübergangspunkte und israelische Soldaten verzichten. Israel soll im Gegenzug alle Militäroperationen im Gazastreifen einstellen. Danach soll Israel wieder die Grenzübergänge zum Gazastreifen öffnen. Damit würde die seit Monaten anhaltende Blockade der 1,4 Millionen Palästinenser im Gazastreifen beendet.

Nach israelischen Medienberichten glauben weder die israelische Regierung noch die Armee, dass die Waffenruhe lange hält.

Artikel vom 18. Juni 2008

2 Antworten zu “Israel stimmt Waffenstillstand im Gazastreifen zu”

  1. Hans meint:

    Nachtigall, ich hör’ Dir japsen…

    Israel schließt Waffenstillstand mit seinen schlimmsten Feinden (auch Syrien!)?

    Hält sich da jemand den Rücken frei für den großen Schlag gegen den Iran?

    Barack Hussein Obama hat ja den amerikanischen Juden bereits zugesichert, daß er das unterstützen würde, McCain hat im Wahlkampf “Bomb bomb bomb Iran” gesungen, und Bush wird auf seine letzten Tage sicher auch nicht im Wege stehen wollen!

  2. Fredy Adler meint:

    Warum muss Egypten zwischen Hamas und Israel vermitteln? Egypten hat mit Gazastreifen eine gemeinsame Grenze! Warum ist hermetisch zu, die sind doch von beide seihte Moslemische “Bruder”!

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