Kalifornische Polizei erschießt mutmaßlichen Brandstifter
Am vierten Tag der verheerenden Waldbrände in Kalifornien kommt erste Hoffnung auf ein baldiges Ende der katastrophalen Zerstörung auf. Der ersehnte Wetterumschwung ist da und unterstützt die Einsatzkräfte bei ihrem Kampf gegen die Flammen.
Doch nun werden erste Befürchtungen laut, es könnte sich bei dem gigantischen Feuer um Brandstiftung gehandelt haben. Die Polizei hat offenbar bereits erste Beweise.
Durch das mehrere Tage lang unkontrollierbare Feuer wurden mehr als 1500 Häuser zerstört, rund eine Million Menschen befand sich auf der Flucht. Sie mussten ihre Häuser mit allem Hab und Gut zurück lassen. Rund 172000 Hektar Wald- und Buschland wurden verbrannt.
Die Ermittlungen zu einem Brand im Orange County, der neun Häuser zerstörte, ergab, dass das Feuer an drei unterschiedlichen Stellen gleichzeitig begann. Im Bezirk San Bernardino wurde ein Verdächtiger verhaftet. Ein weiterer Mann wurde, nach Angaben der Behörden von Polizisten erschossen, als er zu fliehen versuchte. Die Kontrollen wurden im ganzen Land verschärft. Man fürchtet sich vor möglichen Trittbrettfahrern, die das Feuer absichtlich wieder neu entfachen könnten.
In Los Angeles konnten bis Mittwochabend alle Brände gelöscht werden, hieß es von offizieller Seite. Im Bezirk San Diege, weiter südlich, sind aber immer noch rund 8000 Häuser von den Flammen bedroht.
Die Feuerwehr schöpfte aber Hoffnung aus dem ersehnten Wetterumschwung: Der heiße Ostwind, der die Flammen immer weiter vorangetrieben hatte, flaute endlich ab und soll in den nächsten Tagen kühlerem Meereswind Platz machen, der feuchtere Luft in das Land bringt.
Der heiße und trockene Santa-Ana- Wind erreichte am Mittwoch nur noch Geschwindigkeiten von 30 bis 60 kmh, anfangs waren es 160 kmh gewesen.
Nun könne die Brandbekämpfung aus der Luft verstärkt werden und damit das Vorgehen gegen die immer wieder aufflammenden Glutnester effizienter gestaltet werden, erklärte Heimatschutzminister Michael Chertoff. Hubschrauber und Tankflugzeuge luden am Mittwoch mehr als 30 Wasserladungen auf einen Brand in den San-Bernardino-Bergen ab, der bei Lake Arrowhead mehrere hundert Häuser zerstörte.
US- Präsident George W. Bush zeigte sich unterdessen betroffen und besorgt um die Bürger in dem Katastrophen- Gebiet. Es ist die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Kaliforniens.
„Wir sind besorgt um ihre Sicherheit, wir sind besorgt um ihr Eigentum», sagte Bush nach einer Kabinettssitzung. In einigen Regionen konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren, so etwa in den Ortschaften Carlsbad, Chula Vista, Del Mar, Encinitas und Solana Beach.
Die Feuerwehr in Kalifornien erwartet nun eine verstärkte Unterstützung aus anderen US-Staaten. Der Feuerwehrchef im Bezirk Orange, Chip Prather, kritisierte, das Leben seiner Männer werde gefährdet, weil es zu wenig Einsatzkräfte gebe. Bei einem verstärkten Einsatz von Löschflugzeugen hätte ein Brand bei Irvine unter Kontrolle gebracht werden können.
Bei den Waldbränden wurden 21 Feuerwehrleute und mindestens 24 Bewohner verletzt. Ein Mensch kam in den Flammen ums Leben. Die Behörden von San Diego teilten mit, dass außerdem fünf Menschen während der Evakuierung ums Leben kamen. Bei einer ähnlichen Katastrophe vor vier Jahren hatten noch 22 Menschen ihr Leben verloren.
DCRS meint: Eine erfreuliche Wende !
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