Kein Brandbeschleuniger in Ludwigshafen

Von Andre Bergmann

Die ersten Untersuchungen in der ausgebrannten Wohnhaus-Ruine in Ludwigshafen haben ergeben, dass bei dem Feuer kein Brandbeschleuniger im Spiel. Auch die Nazi-Schmierereien am Hauseingang des Gebäudes, das vorwiegend von Türken bewohnt worden war, stehen nicht in Zusammenhang mit dem Brand. Sie sind bereits mehrere Jahre alt.

Die Hysterie, der Rassenhass gegen das Deutsche Volk, die Verleumdungen in den türkischen Zeitungen, all dies wurde nun Lüge gestraft.

Kleinlaut rudern türkische Medien nun zurück, zeigten sich zum Wochenende deutlich ruhiger.

Nachdem deutsche Politiker und der türkische Ministerpräsident die Medien zur Mäßigung aufgerufen haben, versuchen sich natürlich nun auch diese Personen mit der kleinlauten Reaktion der türkischen Medien zu schmücken.

Fakt ist aber, dass türkische Zeitungen eine regelrechte Märchenstunde veranstaltet hatten, um die Gemüter aufzuhetzen und Stimmung gegen Deutschland zu machen.

Offenbar glaubte man, dass auf Grund der deutschen Vergangenheit, auf jedenfall Rassismuss eine Rolle spielen werden.

Das Gegenteil ist der Fall.

Innenminister Wolfgang Schäuble warnte in der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” vor falschen Verdächtigungen: Mit Blick auf die Reaktionen in der Türkei sagte er: “Wir fühlen uns genauso betroffen, dass neun Menschen ums Leben gekommen sind, die bei uns gelebt haben. Wir sind in unserer Betroffenheit über Todesopfer nicht von der Staatsangehörigkeit abhängig.” Auch Beck rief dazu auf, keine Vorurteile zu schüren. “Das Unglück wird uns nicht auseinanderbringen. Wir sind in Trauer vereint.”

Ludwigshafener Bürger spendeten unmittelbar in Geld- und Sachleistungen für die Opfer und boten unkomplizierte Hilfe an.

Nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen haben Spürhunde zudem bislang in dem Gebäude keine Hinweise auf Brandbeschleuniger gefunden. Dies teilte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, am Donnerstagabend mit. Die Suche sei aber schwierig, weil das Feuer so heftig gewütet habe und viel Löschwasser in das Gebäude gelangt sei. Die Ursache für den Brand sei weiter offen. Bei dem Feuer in einem von türkischen Familien bewohnten Haus waren am Sonntag neun Menschen ums Leben gekommen, 60 wurden verletzt.

Zwei Mädchen wollen am Sonntag einen verdächtigen Mann gesehen haben. Die Befragung der Mädchen werde fortgesetzt, sagte der Oberstaatsanwalt. Die Ermittler hoffen, ein Phantombild erstellen zu können. “Wir brauchen noch weitere Informationen”, sagte Liebig. Nach Angaben der Feuerwehr befinden sich noch acht Verletzte im Krankenhaus, drei von ihnen auf der Intensivstation. Ihr Zustand sei stabil. Liebig bestätigte, dass es schon einmal Drohungen gegen Bewohner des Hauses gegeben habe.

Bei einem Besuch am Unglücksort dankte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den deutschen Rettungskräften ausdrücklich für ihren Einsatz. Angesichts der Spekulationen über einen ausländerfeindlichen Hintergrund bat Erdogan: “Lassen Sie uns alle helfen, die Freundschaft der Türkei zu Deutschland zu stärken.” Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sicherte zu, dass alles zur Aufklärung der Hintergründe getan wird.

Zu türkischer Kritik am Einsatz der Rettungskräfte sagte Erdogan: “Wenn es das große Engagement der Polizei und Feuerwehr nicht gegeben hätte, wäre der Schmerz noch größer gewesen.”

Was aber nicht heißt, dass er den deutschen Einsatzkräften vertraut und ihre Leistung schätzt. Es heißt nur, dass man Schlimmeres verhindert habe, ob genug getan wurde, bleibt nach seinen Worten offen. Eine Frechheit und unterschwellige Unterstellung.

Der Trauer in der Türkei sei “unermesslich”. Er hoffe, “dass die Ermittlungen sehr sorgfältig und sehr schnell durchgeführt werden”. Erdogan, der in Ludwigshafen von mehr als tausend Menschen mit viel Beifall empfangen wurde, sprach auch mit Hinterbliebenen.

DCRS meint: Vielleicht können die Ermittler jetzt endlich in Ruhe arbeiten !

Artikel vom 8. Februar 2008

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