Keine Entlastung für Führungsetage in Siemens Korruptionsaffäre

Von Andre Bergmann

Die Entlastung der beiden obersten Konzerngremien bei Siemens soll, nach der Ankündigung eines entsprechenden Antrages der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), vertagt werden. Den gleichlautenden Antrag wolle man am 24. Januar bei einem Aktionärstreffen stellen, berichtet die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Mittwochsausgabe.

Die beiden größten deutschen Aktionärs-Schutzvereinigungen hatten vorab angekündigt, den Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens wegen der Korruptionsaffäre bei der kommenden Hauptversammlung nicht zu entlasten.

Die Aktionärsschützer begründen ihr Vorhaben laut Zeitung damit, dass die zur Aufdeckung von Korruptionszahlungen beauftragte US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton bislang nur Zwischenergebnisse vorgelegt habe. «So lange man keine abschließende Klarheit hat, tut es keine Not, direkt für eine Entlastung zu votieren», sagte DSW-Geschäftsführer Carsten Heise.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wolle dieses Mal voraussichtlich direkt gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmen, sagte Vorstand Harald Petersen der Zeitung.

„Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, auch eine Vertagung der Entlastung ist möglich“, sagte der Rechtsanwalt. Auch der Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre spricht sich dem Bericht zufolge gegen die Entlastung des alten Vorstands und Aufsichtsrates aus.

DCRS meint: Ungeschoren sollen sie offenbar nicht davon kommen.

Artikel vom 1. Januar 2008

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