Keine Streiks bis Januar – Lokführer setzen Gespräche fort

Von Irina Heidkamp

Ein als Masskotchen der Deutschen Bahn AG verkleideter Mann laeuft am Dienstag (04.12.07) durch das Marriott -Hotel in Berlin, wo zeitgleich die Tarifverhandlungen zwischen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfuehrer (GDL) stattfanden (Foto: TheoDie GDL hat sich nun endgültig bereit erklärt in echte Verhandlungen einzutreten. Damit stehen ersteinmal keine neuen Streiks an, voraussichtlich sogar bis Januar. Großartige Veränderungen an der Situation von heute im Vergleich zum Moderationsergebnis gibt es derzeit nicht. Die Bahn bietet der GDL einen eigenständigen Tarifvertrag unter dem Dach der Tarifeinheit im Konzern, eine Lohnerhöhung von jetzt nur mehr 8 Prozent und eine Einmalzahlung von 800 Euro, vor kurzem hätte es hier noch 2000 Euro geben können.

Insgesamt scheint die GDL an Kraft verloren zu haben. Die ganze Streikaktion völlig umsonst. Auf einer derartigen Basis hätte man bereits vor Wochen verhandeln können. Um so mehr drängt sich der Eindruck auf, dass sie GDL einfach ein bisschen die Muskeln spielen lassen wollte, die Anliegen ihrer Mitarbeiter aber nicht wirklich nachdrücklich verhandelt hat.

Soll das nun ein Schell- Denkmal sein ?!

Einige sind sich GDL und Bahn jetzt aber offensichtlich, dass bis Ende Januar 2008 zu einem Ergebnis der Verhandlungen kommen muss. Das ist das Ziel.

Nachdem beide Seiten bereits am Montag rund zehn Stunden in einem Berliner Hotel über die Definition eines eigenständigen Tarifvertrags diskutiert hatten, verhandelten sie am Dienstag weitere sechs Stunden. Mehdorn sprach von „schwierigen Verhandlungen“, in denen man der GDL „stark entgegengekommen“ sei.

„Wir haben der GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer angeboten“, sagte er.

…den sie schon lange haben, laut Aussage von GDL-Chef Schell von vor wenigen Wochen. Doch man wollte mehr Eigenständigkeit und Macht.

GDL-Chef Manfred Schell hatte für den Fall eines Scheiterns dieser ersten Verhandlungsrunde weitere Streiks angedroht, die möglicherweise sogar unbefristet hätten sein können. Doch die sind nun erst mal vom Tisch. „So lange wir verhandeln, streiken wir nicht“, betonte Schell nach den Gesprächen.

Der eigenständige Tarifvertrag für Lokführer soll auf der Basis der Moderation unter den CDU-Politikern Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf von Ende August geschaffen werden. Danach muss er sich „konflikt- und widerspruchsfrei“ in das Gesamttarifsystem der Deutschen Bahn einfügen. Darauf hatten sich beide Seiten damals geeinigt.

… also doch keine echten Alleingänge für die GDL.

Dieses Gesamttarifsystem stellt die in der vergangenen Woche mit den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarte neue Entgeltstruktur für den Konzern dar. Diese sieht mindestens sechs verschiedene so genannte Funktionstarifverträge für die einzelnen Berufsgruppen unter dem gemeinsamen Dach eines Basistarifvertrags vor. Während der Basistarifvertrag allgemeine Dinge zum Arbeitsverhältnis wie Urlaub, Altersvorsorge und Kündigungsklauseln enthält, sollen die Funktionstarifverträge Arbeitszeit und Entgelt der einzelnen Berufsgruppen regeln.

Einen solchen Funktionstarifvertrag sollen auch die Lokführer erhalten. In den kommenden zehn Tagen soll über die Zuordnung der einzelnen Themen zu Basis- und Funktionstarifvertrag gesprochen werden.

Auf dieser Grundlage werde die Überarbeitung dieser Regelungen erfolgen, die bis zum 15. Dezember 2008 abgeschlossen sein soll. Noch im Dezember dieses Jahres sollen die Lokführer nach Möglichkeit eine Abschlagzahlung von 800 Euro auf den rückwirkend zum 1. Juli 2007 abzuschließenden Tarifvertrag erhalten.

DCRS meint: Das hätte man alles doch schon viel früher haben können, ohne den Bahnkunden auf die Nerven zu gehen und die Volkswirtschaft zu schädigen !

Artikel vom 4. Dezember 2007

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