Keine Streiks bis Montag – GDL muss über Bahn – Angebot brüten !
Alle Bahn- Pendler und Zugfahrer können vorerst aufatmen, auch Unternehmen, die auf den Güterverkehr angewiesen sind. Bis einschließlich Montag wird es keine Streiks geben. Die GDL wird bis dahin das überarbeitete Angebot der Deutschen Bahn, das am Mittwoch vorgelegt wurde, überprüfen. Über den Inhalt des Angebotes haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.
Am Montag will die GDL dann mitteilen, ob man auf der Grundlage der Offerte in Verhandlungen eintreten werde.
Sollte dies der Fall sein, wird es während der Verhandlungen aufgrund der Friedenspflicht ebenfalls keine weiteren Arbeitsniederlegungen geben.
Laut Bahn handelt es sich um ein «deutlich verbessertes» Angebot. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte: „Wir sind ab sofort jederzeit und an jedem Ort zu Verhandlungen bereit.“
Bislang hatte der Konzern 4,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro geboten, wie bereits mit den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbart. Daneben wurden der GDL 1400 Euro als Auszahlung für bereits geleistete Überstunden sowie weitere 5,5 Prozent für künftige Mehrarbeit von zwei Wochenstunden angeboten.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte am Abend im Nachrichtensender n-tv: „Wir sind auf gutem Wege und können sehr, sehr vorsichtig optimistisch sein, dass es vielleicht doch gelingt, einen kommenden Streik abzuwenden.“ Die Politik greife jedoch nicht in die Tarifautonomie ein. Andererseits könne sie «natürlich eine Menge tun, damit Gespräche entstehen und Verhandlungen geführt werden».
Die GDL hatte zunächst mindestens 31 Prozent höhere Gehälter gefordert, reduzierte diese Forderung aber mittlerweile auf 10 bis 15 Prozent. Daneben will die Gewerkschaft einen eigenständigen Tarifvertrag für Entgelt und Arbeitszeit, was die Bahn bislang strikt abgelehnt hat. Diesen sollte es nur geben, wenn er sich „konflikt- und widerspruchsfrei“ in das Gesamttarifgefüge der Bahn einfüge, hieß es in einer gemeinsamen Vereinbarung beider Seiten. Was das heißt, darüber sind GDL und Bahn zerstritten.
Erschwerend für eine Einigung zwischen Bahn und GDL kommt hinzu, dass die beiden anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA, die zusammen eine Tarifgemeinschaft bilden, ihren im Juli mit der Bahn ausgehandelten Abschluss nachverhandeln dürfen, wenn die GDL einen höheren Abschluss erzielt.
Transnet-Chef Norbert Hansen drohte laut „Welt“ (Donnerstagausgabe) bereits mit Streiks, „sollte es nötig sein, sich wieder Respekt und Beachtung zu verschaffen“. Transnet sei nicht länger bereit zu akzeptieren, dass die Tarifverhandlungen für alle Tarifkräfte der Bahn gegenüber denen für eine einzelne Berufsgruppe zurückstehen müssten.
DCRS meint: Man wird sehen, ob dies GDL-Chef Schell nun als „Denkmal“ vor dem Ruhestand genügen wird.
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