Knapp eine Million Minijobber im Einzelhandel
Für maximal 400 Euro pro Monat schufften rund eine Million Mini-Jobber im Einzelhandel. Das ist offenbar das Ergebnis massiver Einsparmaßnahmen bei den Lohnkosten im Einzelhandel. Wie der „Spiegel“ berichtet, ist dazu noch kein Ende der Entwicklung absehbar. Zwölf Prozent der Arbeitskräfte im Einzelhandel verdienten demnach im Jahr 2006 weniger als 5 Euro pro Stunde.
Diese Behauptung stützt sich auf Berechnungen des Instituts für Arbeit und Qualifikation, IAQ, der Universität Essen.
Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, wies die Darstellung am Sonntag energisch zurück.
“Unter 6,50 Euro in der Stunde gibt es im Einzelhandel so gut wie nichts”, unterstrich er.
Dies sei bereits der Tariflohn für minderjährige Aushilfen; selbst nicht tarifgebundene Unternehmen müssten sich am Tariflohn orientieren. Ein Stundenlohn unter 5 Euro sei sittenwidrig. Selbst ein Stundenlohn von 7,50 Euro pro Stunde sei im Einzelhandel nach wenigen Berufsjahren erreicht. Fast ein Drittel aller Beschäftigten erhält nach Darstellung des “Spiegel” mittlerweile Stundenlöhne von weniger als 7,50 Euro brutto.
Während die Tarifparteien im Einzelhandel seit mehr als einem Jahr um einen Flächentarifvertrag ringen, erledigten in den Geschäften zunehmend sogenannte Minijobber die Arbeit, schreibt das Blatt. “Die Zahl der Billigkräfte, die bis maximal 400 Euro pro Monat verdienen, ist inzwischen auf mehr als 900.000 gestiegen”, schreibt das Magazin.
Pellengahr räumte aber ein, dass durch die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten und entsprechende Spätzuschläge viele Geschäfte mit Aushilfen zusätzliche Öffnungszeiten abdeckten. “Damit mehr Stammbelegschaft eingesetzt werden kann, müssen die Zuschläge nach hinten verschoben werden”, forderte er.
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