Knut, das Eisbärenbaby, feiert am Mittwoch Geburtstag
Knut, das ehemals so putzige Eisbärenbaby ist groß geworden. Er ist zwar immer noch ein Eisbärenkind, aber lange nicht mehr so süß wie zu beginn. Viele Widrigekeiten hat der kleine Bär in seinem jungen Leben schon hinter sich gebracht, einen optimalen Start hatte er nicht geraden. Um so mehr markiert der erste Geburtstag für seine Pfleger einen wichtigen Tag. Knut hat es endgültig und definitiv ins Leben geschafft.
Am liebsten liegt er derzeit in seinem Freigehege eingekuschelt auf einem Bett aus Rindenmulch - und so sieht auch sein Fell aus. Von seinem großen Tag am Mittwoch ahnt Knut nichts. Am 5. Dezember wird Berlins prominentestes Tierkind ein Jahr alt. Zum Geburtstag werden Journalisten und Besucher aus aller Welt erwartet.
Für Knut gibt es an dem Tag Überraschungen. „Von Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz bekommt er eine Torte mit in Eis gefrorenen Leckereien und von Tierpfleger Thomas Dörflein sicher ein paar Croissants“, sagt Bärenkurator Heiner Klös. Der Zoologe hat aufgehört, die vielen Interviews zu zählen, die er wegen des Promi-Bären in den vergangenen Monaten gegeben hat. Die erste Eisbärengeburt im Berliner Zoo seit mehr als 30 Jahren hatte ein großes regionales und dann sehr schnell auch internationales Medienecho hervorgerufen.
Das wirkte sich auch auf die Besucherzahlen aus. Am 24. Oktober wurde ein dreijähriges Mädchen aus Berlin als zweimillionste Besucherin im Zoo begrüßt. Wie viel Mehreinnahmen und Besucherzuwachs Knut dem Zoo tatsächlich beschert hat, will die Geschäftsführung erst nach Ende des Geschäftsjahres bekanntgeben.
„Für uns ist der Geburtstag natürlich aus zoologischer Sicht toll“, erläutert Klös. Knut sei mit einem Jahr nun über alle Klippen hinweg. Der Lebensanfang des kleinen Eisbären war zunächst wenig erfreulich. Die 20-jährige Eisbärin Tosca nahm ihren Nachwuchs nicht an und eines der beiden Jungtiere starb. Knut wurde von der Mutter getrennt und verbrachte die ersten 44 Tage in einem Brutkasten. Tierpfleger Dörflein zog extra in den Zoo, um das Tierkind rund um die Uhr versorgen zu können. Bei der von den Medien in allen Einzelheiten dokumentierten Handaufzucht wurde auch er so etwas wie ein Prominenter.
Der bei seiner Geburt 810 Gramm schwere Knut hat jetzt bereits ein Gewicht von mehr als 100 Kilogramm erreicht. Tierpfleger Dörflein darf deshalb nicht mehr zu ihm in das Freigehege. Aus dem Kuschelbären ist nach den Worten von Klös ein neugieriger und aufgeschlossener Vorpubertierender geworden. Auf dem Speiseplan des jungen Eisbären, der erst mit etwa drei Jahren seine Geschlechtsreife erreichen wird, steht eine Allesfresser-Mischung. Rund sechshundert Gramm Fleisch, fünf Fische, fünf gekochte Kartoffeln, zwei bis drei Brötchen, ein paar Karotten, Birnen, Äpfel sowie einen halben Liter Haferflockensuppe verzehrt Knut nach Angaben von Klös täglich.
Wann der Eisbär den Berliner Zoo verlassen muss und wo seine neue Heimat sein wird, kann Klös noch nicht sagen. „Knut bleibt bis mindestens Ende Mai 2008 in Berlin“, sagt der Zoologe. Danach werde im Einvernehmen mit Vertretern des Tierparks Neumünster, der Eisbären-Zuchtbuchführung und dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm über seine weitere Zukunft entschieden. Knuts Vater Lars war aus dem schleswig-holsteinischen Tierpark Neumünster nach Berlin gekommen. In einem Leihvertrag wurde vereinbart, dass das erste geborene Jungtier dem Tierpark Neumünster gehört.
„Es ist für viele Menschen unverständlich, dass Zoos sich nicht als Konkurrenten betrachten, sondern ein freundschaftliches Verhältnis pflegen“, fügt Klös hinzu. Gemeinsames Ziel sei es, Eisbären zu züchten, um sie in Menschenobhut zu erhalten. In Berlin gebe es derzeit keinen Platz für ein weiteres Eisbärenmännchen.
Sollte Knut die Hauptstadt verlassen müssen, gibt es einen neuen Lichtblick für alle Eisbären-Fans. Klös verrät: „Knuts Mutter „Tosca“ ist gedeckt worden, und wir gehen davon aus, dass sie wieder trächtig sein könnte“.
DCRS ONLINE meint: Ob bei einem weiteren Eisbärenbaby wieder so eine Euphorie ausbricht, wie bei unserem süßen Knuddel-Knut ?!





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