Kofferbomber schweigt trotz schwerer Beweise – Asyl beantragt

Von Jette Petersen

Die Beweislast gegen Youssef el-Hajdib scheint erdrückend zu seinIn Düsseldorf wird gegen den 23 Jahre alten Libanesen Youssef el-Hajdib verhandelt. Die Beweislast wiegt tonnenschwer, im Libanon wurde el-Hajdib bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, doch er schweigt weiter eisern. Ein Geständnis scheint ihm nicht in den Sinn zu kommen. Anstatt dessen will er jetzt auch noch deutsches Asyl beantragen, in dem Land, in der hunderte Menschen töten wollte.

Hintergrund ist wohl die Aussicht auf eine weit angenehmere Haft in Deutschland als im Libanon. Doch der Anwalt des 23jährigen habe laut Bildzeitung bereits eingeräumt, dass sein Mandant im Libanon behütet aufgewachsen sein und nicht politische verfolgt worden sei.

Der Ermittlungsführer des Bundeskriminalamtes (BKA) haben im Laufe der Prozesses bereits zahlreiche Sachbeweise gegen den 23 Jahre alten Libanesen Youssef el-Hajdib angeführt. Unter anderem gab der Beamte an, die Ermittler hätten Fingerabdrücke und DNA-Spuren des Angeklagten an den Bomben identifiziert. Außerdem seien E-Mails gefunden worden, in denen el-Hajdib seinem mutmaßlichen Komplizen Internetlinks geschickt habe, die zu Bombenbauanleitungen führten. Auch der Kauf von Einzelteilen für die Bomben lasse sich einwandfrei nachweisen, sagte der Beamte.

El-Hajdib selbst wollte sich auch am zweiten Verhandlungstag nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern. Er räumte jedoch ein, sich und seinen mutmaßlichen Komplizen auf mehreren Bildern verschiedener Videokameras auf dem Kölner Hauptbahnhof und dem Bahnhof am Flughafen Köln-Bonn wiedererkannt zu haben.

In dem Verfahren muss sich der Libanese wegen vielfachen versuchten Mordes und versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verantworten. Laut Bundesanwaltschaft soll der Angeklagte am 31. August 2006 im Kölner Hauptbahnhof gemeinsam mit seinem mutmaßlichen Komplizen Jihad Hamad zwei Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert haben. Nur aufgrund eines Konstruktionsfehlers waren die Kofferbomben in den Zügen nicht explodiert.

Am Dienstag war el-Hajdib bereits von einem libanesischen Gericht in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sein mutmaßlicher Komplize soll laut Urteil für zwölf Jahre ins Gefängnis. Der Prozess in Düsseldorf soll bis mindestens Mitte nächsten Jahres dauern. Der nächste Verhandlungstag ist für den 10. Januar geplant.

DCRS ONLINE meint: Der Steuerzahler kommt auch noch für derartige Schwerverbrecher auf !

Artikel vom 20. Dezember 2007

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