Kuba auf dem Weg zur Marktwirtschaft

Von Kerstin Moebius

Kuba auf dem Weg zur MarktwirtschaftBereits vor Wochen wurde in Kuba unter dem neuen Staatschef Raul Castro eine Agrarreform eingeleitet, die nun erste Formen annimmt. 104 unwirtschaftliche Staatsbetriebe in der Landwirtschaft wurden geschlossen und sollen aufgelöst werden

Wie “Granma”, das Blatt der Kommunistischen Partei, weiter berichtete, sollen die restlichen Agrarunternehmen “rationalisiert und neuen Bedingungen angepasst” werden. Sie sollen in Zukunft vor allem Dienstleistungen erbringen, so die Zeitung, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Fünf Jahrzehnte lang wurde die kubanische Landwirtschaft nach dem Modell der kommunistischen Planwirtschaft betreiben. Zu keinem Zeitpunkt konnten außreichend Lebensmittel für die rund 11 Millionen Einwohner der Karibikinsel produziert werden.

2007 hat das Land Lebensmittel im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro eingeführt. Für 2008 sind etwa 1,4 Milliarden Euro für den Lebensmittelimport vorgesehen. Um die Abhängigkeit von den teuren Einfuhren zu mindern, will die neue Regierung unter Raúl Castro die landwirtschaftliche Produktion ankurbeln.

Im Rahmen der Reformen sollen ungenutzte landwirtschaftliche Flächen an landlose Arbeiter und Bauern vergeben werden. Von den 3,5 Millionen Hektar Land wird rund die Hälfte nicht oder mangelhaft genutzt. Nur 32 Prozent der Flächen werden nach offiziellen Angaben von Kooperativen bearbeitet, der Rest von privaten Bauern.

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Artikel vom 2. Mai 2008

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