Lage in Birma weiter katastrophal

Von Jette Petersen

Lage in Birma weiter katastrophalDer UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich jüngst zur Lage in Birma. Er will aber trotz der immer noch katastrophalen Zustände keinen Druck auf die Militärjunta in Birma ausüben, die die Hilfsleistungen der internationalen Gemeinschaft stark behindert.

Ban Ki Moon erklärte, dass bislang nicht einmal ein Drittel der rund 1,5 Millionen Überlebenden des verheerenden Zyklons „Nargis“ versorgt worden sind. Selbst die rund 270000 Menschen, die Hilfsgüter erhalten haben, habe man nur mit dem Allernötigsten versorgen können.

Hilfsorganisationen warnen vor großer Seuchengefahr. Die Regierung in Birma gibt die Zahl der Toten inzwischen mit knapp 32.000 an. Mehr als 30.000 Menschen gelten als vermisst. Die Vereinten Nationen gehen von bis zu 100.000 Toten aus. Zyklon “Nargis” verwüstete das Küstengebiet Birmas am 3. Mai.

In Brüssel kommen heute die europäischen Entwicklungshilfeminister zu einer Krisensitzung zusammen. Die EU will ihre Hilfe aufstocken und verhindern, dass Überlebende an Hunger, verseuchtem Wasser und Krankheiten sterben.

Die Militärregierung Birmas behindert das Einfliegen ausreichender Nahrungsmittel, Zelte und Medikamente seit mehr als einer Woche.

Unterdessen haben die USA eine Luftbrücke nach Rangun eingerichtet und fliegen laufend Hilfsgüter in das Land. Auch das deutsche THW hat ein Team nach Birma entsandt.

Die zwölf Trinkwasserexperten des THW starteten mit einer Linienmaschine von Frankfurt am Main am Montagabend nach Rangun, wo sie am Dienstag eintreffen sollten.

Den Experten folgt am Dienstag eine vom Auswärtigen Amt gecharterte Frachtmaschine mit vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Diese können sauberes Wasser für täglich 40.000 Menschen produzieren.

US-Präsident George W. Bush rief die Welt dazu auf, die birmanische Militärjunta zu verurteilen. “Die Welt sollte wütend sein”, sagte Bush in einem Interview.

“Man kann noch gar nicht sagen, wie viele Menschen wegen der langsamen Reaktion auf das Disaster ihr Leben verloren haben”, kritisierte der Präsident. Über die birmanische Militärregierung sagte Bush: “Entweder sind sie isoliert oder einfach nur gleichgültig.”

Artikel vom 13. Mai 2008

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