Lehman-Boss beschwert sich über mangelndes Engagement der US-Regierung

Von Bianca Wollert

Lehman-Boss beschwert sich über mangelndes Engagement der US-Regierung  FotoDie US-Traditionsbank Lehman Brothers ist pleite. Jetzt hat sich der Chef der zusammengebrochenen Bank erstmals öffentlich über das mangelnde Engagement der US-Regierung für die Bank beschwert. Man hätte Hilfe von der Seite der Regierung erwartet. Das Ausbleiben könne Lehman-Chef, Richard Fuld, nicht verstehen.

Bis er “unter die Erde komme” werde er sich fragen, warum die US-Regierung Lehman nicht geholfen habe. Bei anderen angeschlagenen Finanz-Konzernen hätte die US-Regierung durchaus helfend eingegriffen, z.b. bei dem Versicherer AIG. Fuld frage sich immer noch, was er hätte tun können, um die Insolvenz zu verhindern.

Er übernehme die volle Verantwortung für sein Handeln, stellte Fuld weiter klar. Dennoch führte er auch schwere Vorwürfe gegen die US-Behörden ins Feld.

Die Börsenaufsicht SEC und die Federal Reserve Bank hätten im Verlauf des Jahres regelmäßig - mitunter täglich - das Lehman-Geschäft und die Lehman-Bilanzen kontrolliert. Sie seien also über die Liquidität der Bank voll informiert gewesen.

Die vor mehr als 150 Jahren von deutschen Einwanderern gegründete Bank hatte Mitte September Insolvenz angemeldet und damit die Finanzmärkte weltweit erschüttert. Seitdem hat sich Investmentrivalin Merrill Lynch in die Arme der breiter aufgestellten Bank of America gerettet, und Goldman Sachs und Morgan Stanley gaben ihren Status als Investmentbanken auf.

Artikel vom 7. Oktober 2008

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