Leibwächter sollen absichtlich das Feuer auf afghanische Kinder eröffnet haben
Ein interner Bericht der Vereinten Nationen behauptet, dass die Leibwächter von afghanischen Parlamentsmitgliedern, die Ziel eines Autobombattentats wurden, nach dem Angriff absichtlich in eine Menschenmenge geschossen haben. Unter den Opfern waren vor allem Kinder.
Der Bericht behauptet weiter, dass nach dem Vorfall niemand versuchte herauszufinden, wer die Verantwortlichen waren und diese zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Bericht wurde noch nicht veröffentlicht und beinhaltet harte Anschuldigungen gegenüber der afghanischen Regierung.
Laut dem Report, der AP vorliegt, ist es nicht klar, wie viele Menschen durch den eigentlichen Autobombenanschlag ums Leben kamen und wie viele Menschen durch das Feuer der Leibwächter getötet wurden. Der Zwischenfall ereignete sich am 6. November in der Baghlan Provinz.
Der Report berichtet, dass über zwei Drittel der 77 Getöteten und weit über 100 Verletzten von den Leibwächtern angeschossen wurden. Einige Schätzungen gehen aber von einer weitaus tieferen Anzahl an Schusswunden aus.
„Egal wie die endgültigen Zahlen aussehen mögen, es bleibt die Tatsache, dass eine Anzahl bewaffneter Männer absichtlich und wahllos das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnete, die keine Bedrohung darstellte, was zu mehreren Toten und einer Vielzahl an Verletzten führte“, so ein Teil des Berichts, der AP vorliegt.
„Es wird angenommen, dass über 100 Schüsse in die Menschenmenge abgefeuert wurden, wobei eine separate Gruppe Schulkinder auf der einen Seite der Strasse den Grossteil dieses Feuers aus nächster Nähe abbekommen hatte“, so der Bericht weiter.
Derzeit existieren aber auch innerhalb der UN noch widersprüchliche Ansichten darüber, was sich wirklich am 6. November abgespielt hatte.
„Was Sie in diesem Bericht lesen ist nur die halbe Wahrheit. Was noch nicht ganz gelöst wurde ist, dass es widersprüchliche Ansichten gibt, und bis diese alle geklärt sind, können wir kein abschliessendes Fazit über den Vorfall ziehen“, so Adrian Edwards, Sprecher der UN für Afghanistan.
Laut afghanischen Behörden war der Grossteil der Opfer aber das Resultat des Selbstmordanschlages. Durch die Autobombe sollen so die meisten der 77 Opfer ums Leben gekommen sein.
Laut dem afghanischen Innenministerium sollen die Kinder durch herumfliegende Splitter und nicht durch Schüsse getroffen worden sein.
Die AP berichtete zum ersten Mal am Samstag, dass ein frühzeitiger Report der Vereinten Nationen behauptet, dass über zwei Drittel der insgesamt über 180 Opfer des Autobombenanschlages durch Kugeln der Leibwächter getötet oder verletzt worden seien.
Die meisten Opfer des Anschlages wurden kurz darauf schon begraben, weshalb genauere Untersuchungen zur Todesursache nicht möglich waren.
Laut dem Bericht haben die Leibwächter aber kurz nach dem Autobombenanschlag während mehreren Minuten das Feuer in eine nahe stehende Menschenmenge eröffnet.
„Es wurde bestätigt, dass acht der Lehrer verantwortlich für die Schulgruppe mehrere Schussverletzungen aufwiesen, wobei fünf der Lehrer diesen Schusswunden später erlagen“, so der Bericht.
Der Bericht prangert auch an, dass die Ermittlungen durch die afghanische Behörden erschwert werden. Trotz Berichten zu Festnahmen bezüglich des Falls ist es weiterhin unklar, wer genau verantwortlich sein soll für die Schiesserei.
Unter den Toten waren 61 Schüler und fünf Lehrer, sechs Parlamentsmitglieder und fünf Leibwächter. Es handelte sich dabei um einen der tödlichsten Selbstmordanschläge in ganz Afghanistan seit der Befreiung vom Talibanregime im Jahre 2001.
Der Angriff ereignete sich, als die Parlamentsmitglieder von den Kindern einer Schulklasse begrüsst wurden. Noch keine Terroristengruppe hat sich für den Anschlag bekannt. Die Taliban haben erklärt, dass sie nicht hinter dem Angriff stehen.
Hunderte Kinder hatten sich an Strasse zu einer neu eröffneten Süsswarenfabrik gestellt, um die Parlamentarier zu begrüssen, als sich die Explosion ereignete. Zeugen haben angegeben, dass die Leibwächter darauf während mehreren Minuten wahllos in den dicken Rauch schossen.
DCRS meint: Was sind das nur für Menschen ?
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28. April 2008 um 13:41
Das ist wie in Palästina u.a.: Die Terroristen verstecken sich vorzugsweise hinter Frauen und Kindern; und wenn dann zurückgeschossen wird, heißt es: Die bösen Polizisten/Militärs/Leibwächter pp. ermorden wehrlose Zivilisten…
Ganz abgesehen davon, daß in A. u.a. moslemischen Ländern auch kleine Kinder und Frauen als Bombenwerfer, nicht nur als Schutzschilde, eingesetzt werden.