Linkspartei gemeinsam mit SPD in Israel

Von Kerstin Moebius

Linkspartei gemeinsam mit SPD in Israel   FotoEine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ist für viele SPDler weitgehend nicht denkbar, zumindest offiziell. Tatsachen sprechen eine andere Sprache. In Kürze wird der Vorsitzende der Linksfratkion im Bundestag, Greogor Gysi, gemeinsam mit dem SPD-Politiker und ehemaligen deutschen Israel-Botschafter Rudolf Dreßler eine achttätige Nahost-Reise absolvieren. Losgehen soll es am Samstag. Die Reise wird unter anderem über Israel, die Palästinenser-Gebiete, Ägypten und Syrien führen, wie die beiden Politiker in Berlin mitteilten.

Anliegen der Reise sei Informationen über die aktuelle Lage, sowie über die Erwartungen und Positionen bei den Bemühungen im Friedensprozess zu sammeln.

Außerdem will Gysi ein Zeichen seiner Partei setzten. Die Linke bemühe sich um ein „besseres Verhältnis“, ein „Solidaritätsverhältnis“ zu Israel. Gleichzeitig wolle die Linke aber die Siedlungspolitik Israels weiter kritisieren und fordere einen eigenen Staat für die Palästinenser.

Seine Partei müsse aber die ausweglose Situation nach dem Holocaust und das Recht der Juden auf einen eigenen Staat und die deutsche Verantwortung für Israel anerkennen, mahnte Gysi.

Gysi und Dreßler wollen diese Naost-Reise gemeinsam absolvieren, um über den Konflikt zwischen SPD und Linkspartei zu diskutieren.

Dreßler sagte, er könne sich schon an fünf Fingern abzählen, wie die Reaktionen in der SPD auf seine Reise mit Gysi aussehen werden. Seine Botschaft sei, dass man miteinander reden müsse.

Die Gewissheit, “Geschichte wiederholt sich nicht”, stimme nicht in Bezug auf die SPD, sagte Dreßler weiter. Die SPD mache genau die gleichen Fehler wie vor mehr als 20 Jahren mit den Grünen. Erst habe sie die Öko-Partei verschmäht, dann sei sie ihr “nachgelaufen” und nun sei sie “beleidigt”, wenn die Grünen mit der CDU koalieren.

Noch sieht sich Dreßler mit seiner offenen Haltung zur Linken in der Minderheit der SPD. “Ich weiß aber, dass ich über kurz oder lang wieder in der Mehrheit sein werde.” Für die SPD sei es kein Vergnügen, in Umfragen bei 20 Prozent der Wählerstimmen zu liegen: “Sollte sie das toll finden, ist ihr nicht zu helfen.”

Der Linksparteichef war bereits im Mai in Jerusalem - auf Einladung des israelischen Präsidenten zum 60. Jahrestag der Staatsgründung. Die Veranstaltung richtete sich an jüdische Parlamentarier. Dem Bundestag gehören aber keine Juden an. Als einzige Abgeordnete haben Gysi und der Grünen-Politiker Jerzy Montag jüdische Vorfahren.

Artikel vom 29. August 2008

Eine Antwort zu “Linkspartei gemeinsam mit SPD in Israel”

  1. Athomas meint:

    Die werden da sicher gemeinsam Details der jüdisch-amerikanischen Weltverschwörung aufdecken….

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