Lob für prügelnden Lehrer

Von Christian Dieter Matuschek

In einer französischen Schule hat sich ein aufmüpfiger, 11jähriger Schüler den Anweisungen seines Lehrers fortwährend widersetzt und die Lehrkraft schließlich als „Arschloch“ beschimpft. Da gab der Lehrer dem 11jährigen eine Ohrfeige.

In Frankreich ist nun ein kontroverse Diskussion über derartige Erziehungsmethoden entbrannt. Nach zunächst schweren Anfeindungen gegen den Lehrer, hat dieser nun die Sympathien auf seiner Seite.

Der Lehrer saß zwischenzeitlich in Polizeigewahrsam. Jetzt bekommt er aber unter anderem auch Zustimmung von Frankreichs Regierungschef François Fillon.

Der Fall hatte sich Ende Januar in der Schule Gilles-de-Chin im nordfranzösischen Berlaimont ereignet. Ein 49-jähriger Lehrer hatte den Schüler aufgefordert, sein Pult aufzuräumen.

Als der Junge dies verweigerte, wischte der Pädagoge mit einer Handbewegung die Sachen des Schülers vom Tisch. Der Junge beschimpfte den Lehrer daraufhin als “Arschloch”. Der Mann gab ihm darauf folgend eine Ohrfeige.

48 Stunden musste der Lehrer anschließen im Arrest verbringen, wurde von der Polizei vernommen. Ende März wird ihm der Prozess gemacht. Der Junge wurde im Gegenzug für drei Tage der Schule verwiesen.

Das was für den Schüler eine Strafe sein sollte, ist fast schon eine Belohnung !

Frankreich diskutiert jetzt darüber, was sich Lehrer von Schülern bieten lassen müssen. Nachdem der Lehrer zu Beginn viel Kritik einstecken musste, hat sich jetzt die Richtung der öffentlichen Debatte geändert. Sogar der französische Regierungschef François Fillon stellte sich ausdrücklich vor den Lehrer.

“Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Schüler einen Lehrer als Arschloch bezeichnet”, sagte Fillon dem Radiosender RMC. Dafür habe der Schüler eine härtere Strafe verdient, als drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Es sei allerdings auch “nie eine gute Lösung”, einen Schüler zu ohrfeigen.

Aber die Lehrer bräuchten “ein wenig Disziplin und ein wenig Respekt”, um ihren Unterricht abhalten zu können. “Ja, ich unterstütze diesen Lehrer”, betonte der Regierungschef. Fillon sagte, es stehe ihm nicht zu, über die Justiz zu urteilen. Aber “offen gesagt, als Bürger und als Vater von Schulkindern schockiert es mich”, dass der Lehrer in Polizeigewahrsam genommen wurde.

In Frankreich sind körperliche Strafen auch in Familien noch weit verbreitet. In einer im Dezember veröffentlichten Umfrage der Europäischen Familienunion (UFE) gaben neun von zehn Eltern an, ihr Kind bisweilen geschlagen zu haben. Mehr als die Hälfte der Franzosen ist demnach dagegen, dass die körperliche Züchtigung verboten wird.

DCRS ONLINE meint: Das wäre in Deutschland so nicht möglich ! Allerdings muss man unsere Erziehungsmethoden in vielen Fällen auch als gescheitert betrachten.

Artikel vom 8. Februar 2008

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