Lokführer streiken ab Montag unbefristet
Jetzt schlägt die GDL noch einmal richtig zu. Der Konflikt zwischen Lokführern und Deutscher Bahn war in der Bevölkerung fast schon wieder in Vergessenheit geraten, da flammt der Konflikt noch einmal von neuem auf, heftiger als je zuvor. Dabei hatte alles schon vor Wochen nach einem Ende der Querelen ausgesehen.
Die GDL hatte eine Loherhöhung von 11 Prozent durchgesetzt und damit die Deutsche Bahn und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ächzend in die Knie gezwungen.
Doch das ist der GDL nicht genug. Sie beharrt zusätzlich auf einer absoluten Unabhänigkeit für sich, - um auch künftig derartig gigantische Tarifabschlüsse aushandeln zu können.
Die Deutsche Bahn hingegen beharrt ihrerseits auf einem Grundlagentarifvertrag, der die Tarifeinheit aller Bahn-Gewerkschaften garantieren soll.
Die Verhandlungen zwischen GDL und Bahn sind damit im letzten Moment doch noch gescheitert.
Die GDL wird ab Montag unbefristet streiken. Es kommt der größte Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn auf Pendler und Bahnfahrer zu. Bestreikt wird einfach alles, Fernverkehr, Güterverkehr, Regional- und Nahverkehr, einfach alles, was Bahn ist.
„Der Ausstand wird auch nicht abgebrochen, wenn die Deutsche Bahn ein neues Angebot vorlegt.“
Beendet werden soll der Ausstand erst, wenn es eine Unterschrift unter dem Gehaltstarifvertrag gibt, polterte Schell. Erst danach soll über den so genannten Grundlagentarifvertrag wieder verhandelt werden.
Die Einigung vom 30. Januar, unter der nur noch die Unterschriften fehlten ist damit verlorene Liebesmüh. Die 800 Euro Einmalzahlung für Lokführer, acht Prozent mehr Gehalt ab 1. März, weitere drei Prozent ab September zählen nichts mehr.
Der Bürger muss sich fragen, welche Partei hier nun arroganter ist, die Bahn oder die GDL. So mancher Arbeiter würde durchdrehen bei einer derart gigantischen Lohnerhöhung.
Das Scheitern des ausgehandelten Tarifvertrages ist auch eine Niederlage für Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, dieser hatte sich massiv für eine Einigung zwischen den Parteien eingesetzt. Offenbar nicht massiv genug.
Der Knackpunkt, an dem nun doch noch alles zu scheitern droht, ist der Grundlagentarifvertrag. Darin soll z. B. geregelt werden, für welche Tochterunternehmen der Bahn die GDL Tarifverhandlungen führen darf und wer von den dort angestellten Lokführern davon profitiert. Fünf Entwürfe hat die Bahn der GDL bisher vorgelegt. Alle lehnte Gewerkschaftschef Schell ab.
Einen winzigen Spalt ließ Schell die Tür aber noch offen: Wenn die vorliegenden Verträge bis Freitag unterzeichnet sind, will die GDL auf den Streik verzichten. Im Falle eines Streiks von einer Woche Dauer rechnet die Wirtschaft mit Schäden von 90 Millionen Euro täglich und ab zwei Wochen mit bis zu 180 Millionen Euro täglich.
Bevor Bahn-Chef Mehdorn aber irgendetwas unterzeichnen kann, bzw. auf die Erpressung der GDL eingehen darf, muss er sich hierfür Rückendeckung vom Bahn-Aufsichtsrat holen.
DCRS meint: Lässt sich die Bahn noch einmal erpressen ?!
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