Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

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Beschreibung:
Als Lungenkrebs bezeichnet man allgemein eine Entartung des Gewebes in verschiedenen Bereichen der Lunge. Dazu gehört nicht nur das Bronchialkarzinom (Krebs des eigentlichen Lungengewebes), sondern auch sehr seltene Krebserkrankungen wie das Mesotheliom (Krebs des Lungenfells). Es gibt verschiedene Arten von Bronchialkarzinomen. Besonders bösartig ist das so genannte kleinzellige Lungenkarzinom (etwa 20 Prozent der Fälle), das sehr schnell wächst und sich schnell im Körper ausbreitet. Die nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome – dazu gehören das so genannte Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom – wachsen langsamer und haben deshalb insgesamt eine bessere Prognose.

In Deutschland erkranken jährlich über 44.000 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern und Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Das Durchschnittsalter bei der Diagnosestellung liegt bei etwa 68 Jahren. Lungenkrebs ist selten heilbar und stellt bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Die Zahl der Todesfälle nimmt bei Frauen weiter zu, während sie bei Männern leicht zurückgeht. Mehr als 90 Prozent der Männer und rund 60 Prozent der Frauen mit Lungenkrebs waren über längere Zeit Raucher.

Ursachen / Risikofaktoren:
Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) wird meistens durch äußere Einflüsse verursacht:

* Das Inhalieren von Zigarettenrauch ist für 90 Prozent aller Bronchialkarzinome verantwortlich.

* Auch Passivrauchen führt zu einem erhöhten Krebsrisiko. So ist beispielsweise das Lungenkrebsrisiko für Ehepartner von Rauchern erhöht: Bei Frauen um 20 Prozent, bei Männern um 30 Prozent. Mit zunehmender Expositionsdauer steigt das Risiko weiter an.

* Eine hohe Schadstoffbelastung der Luft kann das Lungenkrebsrisiko etwas erhöhen (1,5-fach). Der wichtigste Faktor scheint der Dieselruß zu sein. Insbesondere bei Rauchern führt es zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko.

* Familiäre Belastung: Personen, bei denen ein Elternteil an einem Bronchialkarzinom erkrankt sind, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko.

* Arbeitsstoffe wie Asbest verursachen Lungen- und Lungenfellkrebs (Mesothliome).

* Lungennarben erhöhen das Risiko ebenfalls; sie entstehen beispielsweise als Folge einer Tuberkuloseerkrankung oder nach Operationen.

Symptome:
Im Frühstadium der Erkrankung gibt es meist keine typischen Symptome. Husten ist zwar ein wichtiges Signal, kann aber auch auf andere Krankheiten hindeuten, beispielsweise eine chronische Bronchitis.

Lungenkrebs wird oft erst festgestellt, wenn der Husten hastnäckig bleibt oder Blutbeimengungen im Auswurf entdeckt werden. Nur ein kleiner Teil der Lungenkrebsfälle wird zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung der Lunge entdeckt. Das Aushusten von Blut ist bereits ein Spätsymptom.

Weitere uncharakteristische Beschwerden sind:

* Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot oder andauernd leicht erhöhte Körpertemperatur;

* Lungenentzündungen, die nicht auf die Behandlung ansprechen (so genannte therapieresistente Lungenentzündungen) können bei Menschen über 40 Jahren auf Lungenkrebs deuten;

* Langwierige, länger als drei Wochen dauernde Hustenattacken: Diese treten überwiegend bei Rauchern auf, bei denen Lungenmedikamente oft schlechter wirken;

* Es gibt auch Beschwerden, die für Lungenerkrankungen untypisch sind, beispielsweise Gehirn- oder Rückenmarksentzündungen. Diese Symptome werden durch eine hormonale Aktivität des Tumors verursacht (paraneoplastische Syndrome);

Diagnose:
Besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung der Lunge, wird der Arzt zunächst eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchführen, meist gefolgt von einer Computertomographie (CT). Außerdem wird der Hustenauswurf (Sputum) auf Krebszellen untersucht.

Mit Hilfe einer Blutuntersuchung lassen sich so genannte Tumormarker bestimmen. Die Erhöhung bestimmter Marker kann ein Hinweis auf Lungenkrebs sein.

Erhärtet sich durch diese Untersuchungen der Verdacht auf Lungenkrebs, wird zusätzlich eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung, endoskopische Untersuchung der Bronchien) durchgeführt. Dabei werden manchmal Gewebeproben (Biopsien) und Zellmaterialien entnommen. Eine Analyse der Proben hilft die Diagnose zu sichern. Nur Tumore, die nah am Bronchialsystem wachsen, lassen sich mittels einer Bronchoskopie nachweisen.

Reichen diese Untersuchungen nicht aus, muss in seltenen Fällen eine Operation durchgeführt werden (diagnostische Thorakotomie). So gewinnt man Gewebeproben, die feingeweblich auf Krebszellen untersucht werden.

Steht die Diagnose Lungenkrebs werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um nach möglichen Absiedelungen (Metastasen) zu suchen. Dazu zählen die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT), die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), die Skelettszintigraphie (Knochenszintigraphie) und die Mediastinoskopie (Untersuchung des Brustkorbes).

Therapie:
Die Therapie von Lungenkrebs hängt davon ab, welche Krebsart vorliegt (nicht-kleinzellig oder kleinzellig) und wie weit der Tumor sich schon ausgebreitet hat. Bei der Behandlung nicht-kleinzelliger Lungenkarzinome stehen Operation und Strahlentherapie, sowie Chemptherapie zur Verfügung. Das kleinzellige Lungenkarzinom wächst sehr schnell und bildet schon früh Metastasen. Eine Operation ist daher meist nicht möglich. Häufig wird eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie durchgeführt.

Operation:
Falls noch keine nachweisbare Aussaat der Krebszellen (Metastasten) oder nur ein tumornaher Lymphknotenbefall vorliegt, wird das Bronchialkarzinom operiert. Die Krebsgeschwulst wird zusammen mit einem Stück gesunder Lunge entfernt. In manchen Fällen folgt eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation.

Chemotherapie/Strahlentherapie:
Befindet sich das Bronchialkarzinom schon in einem fortgeschrittenerem Stadium, wird es entweder durch Chemo- oder Strahlentherapie behandelt. Häufig wird eine Kombination beider Therapieformen eingesetzt (multimodale Therapie). In einigen Fällen wird diese Therapie auch vor der Operation angewendet.

Therapie mit Antikörpern (Target-Therapie):
Bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs untersuchen Forscher derzeit in Studien, wie gut eine zusätzliche Therapie mit Antikörpern wirkt. Diese Antikörper blockieren die Weiterleitung von Wachstumsimpulsen ins Innere der Krebszellen. Für das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom ist der Antikörper Erlotinib seit Ende 2005 in Deutschland zugelassen.

Eine weitere Gruppe von Antikörpern bremst das Wachstum der Blutgefäße, die den Tumor mit Blut versorgen (Angiogenesehemmer). Zur Behandlung fortgeschrittener nicht-kleinzelliger Lungentumore mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab wurde in USA die Zulassung beantragt.

Mesotheliome können prinzipiell operiert werden. Meist hat sich diese Tumorart aber für eine Operation schon zu weit ausgedehnt.

Beschwerden lindern:
Ist keine vollständige Heilung mehr möglich, geht es um die Linderung der Beschwerden. Dazu gehört beispielsweise die Atemnot, die durch das Wachstum des Tumors in die Luftröhre verursacht wird.

Ein Metallröhrchen (Stent) wird in die Luftröhre geschoben, um diese offen zu halten oder die Tumormasse wird mittels Laser oder Bestrahlung von innen (endoluminale Brachytherapie) verkleinert.

Häufig finden sich bei Lungenkrebspatienten Knochenmetastasen, die Schmerzen verursachen. Diese sind mit speziellen Medikamenten (Biphosphonate) oder starken Schmerzmitteln behandelbar.

Prognose:
Die Heilungschancen stehen bei Lungenkrebs insgesamt schlecht. Nur fünf Prozent aller Patienten, die nicht mehr operiert werden können, überleben die ersten fünf Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit. Bei fast zwei Drittel aller Patienten ist das Bronchialkarzinom schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nicht mehr operierbar.

Trotzdem gelingt es mit modernen Therapieverfahren (meist Chemotherapie und Bestrahlung) immer wieder, das Krebswachstum zu bremsen und eine deutliche Lebensverlängerung zu erreichen.

Kann der Lungenkrebs operiert werden, besteht prinzipiell die Chance auf vollständige Heilung. In manchen Fällen lässt sich Tumor durch eine relativ kleine Operation entfernen, vor allem, wenn er weit außen in der Lunge sitzt (nahe am Brustkrob). Der befallene Lungenlappen wird entfernt. Sind keine Lymphknoten betroffen, überleben etwa 40 bis 80 Prozent der Patienten die ersten fünf Jahre nach der Operation.

Nimmt man alle Lungenkrebspatienten zusammen, überleben 12 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen die ersten fünf Jahre nach Stellung der Diagnose (5-Jahres-Überlebensrate).

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel lediglich zu Informationszwecken gedacht ist und keine Gesundheitsberatung darstellt. Bei Erkrankungen oder Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an einen Facharzt.

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