Madeleine McCann - Jane Tanner: Ich fühle mich schuldig

Von Irina Heidkamp

Jetzt werden Kate und Gerry McCann vielleicht sogar noch verklagtIm Fall der kleinen Madeleine McCann (4) scheinen alle Uhren stehen geblieben zu sein. Es geht nichts mehr vorwärts. Weder die Ermittlungen gegen die Eltern selbst schreiten voran, noch gibt es den kleinsten Hinweis auf den Verbleib des kleinen Mädchens, mit den ausdrucksstarken Augen.

Dennoch steigt der Druck. Die Behörde, portugiesische und britische hätten den Fall gerne los und am besten einen Schuldigen dazu.

Ein britische Anwalt drohte jüngst damit, die Eltern, Gerry und Kate McCann, verklagen zu wollen, weil sie am Abend des verhängnisvollen 3. Mai ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten. Sie hätten die Kinder nicht alleine in dem Appartement lassen dürfen.

Anwalt Anthony Bennett, selbst Vater von zwei Kindern, stellte in der britischen Boulevard-Zeitung „Sun“ die kritische Frage: „Wollen wir eine Gesellschaft, in der das akzeptabel ist?”

Clarence Mitchell, der Sprecher der McCanns, reagierte umgehend und wies die Anschuldigungen zurück. Mitchell: „Kate und Gerry haben keine Straftat begangen.“

Tatsächlich müssen sie sich aber die Frage gefallen lassen, ob sie die Entführung ihrer Tochter, wie sie selbst das Verschwinden erklären, nicht hätten verhindern können, wenn sie bei ihren Kindern geblieben wären, bzw. zumindest einen Baby- Sitter engagiert hätten.

Im Gegensatz zu den Eltern fühlt sich Jane Tanner sehr schlecht in Bezug auf das Verschwinden des Mädchens. Sie sagt: „Es ist meine Schuld“

Tanner hatte kurz nach dem Verschwinden bei den Behörden ausgesagt, sie habe einen Mann ein Kind wegtragen sehen, kurz bevor das Verschwinden des Kindes bekannt wurde. Sie sei sich inzwischen sicher, dass es Maddie war.

Nun müsse sie damit leben, dass sie die Chance, ein Verbrechen zu verhindern, tatenlos verstreichen ließ. Sie werde von dieser Schuld ständig verfolgt.

Zwischenzeitlich wurde eine weitere Ermittlungspanne der portugiesischen Polizei bekannt. Offenbar hat diese übersehen, die Bettwäsche von Maddie`s Schlafplatz und gegebenenfalls sogar die Matratze, sicher stellen zu lassen, um wichtige DNA- Spuren zu sichern. Ein schwerwiegender Fehler!

Experten sagen, man hätte den Entführer mittels dieser Spuren wahrscheinlich schon längst gefunden.

War das vielleicht nicht nur grobfahrlässig, sondern Absicht ! Kann man so etwas als erfahrender Ermittler überhaupt übersehen ?!

Unglaublich: Wichtige Fasern und sogar Fingerabdrücke von den möglichen Entführern könnten so verloren gegangen sein, meint das Untersuchungs-Labor in Portugal.

In der portugiesischen Zeitung „24 Horas“ wurde berichtet, dass ein Labor-Mitarbeiter lediglich Haarproben zur Untersuchung bekam. Der Mitarbeiter: „Es wäre besser gewesen, wenn ich sowohl die Bettwäsche, das Kissen und sogar die Matratze zu weiteren Untersuchung gehabt hätte.“

Jetzt ist es zu spät. Die Spuren sind mit Sicherheit schon zerstört.

Ein Privatdetektiv der Familie McCann, Jo Moura, ist sich unterdessen sicher, dass die kleine Madeleine von einem Pädophilen entführt worden ist. Er habe mehrere Tage anonym in der Ferienanlage verbracht und sich die Örtlichkeiten genau angesehen. Dadurch sei er zu dem Schluss gekommen, dass ein Entführer lediglich eine Minute gebraucht habe, das Kind über die rückwärtige Tür des Appartements aus seinem Schlafzimmer zu holen und zu entführen.

Er unterhielt sich mit verschiedenen Personen vor Ort, die sich zu dem Entführungszeitpunkt in der Anlage aufhielten.

Sein Resümee wörtlich: „Ich bin überzeugt, dass Maddie von einem Pädophilen entführt wurde, der sie zuvor beobachtete. Ich glaube der Entführer kam über die Hintertür in das Appartement, schnappte sie und verschwand. Er hätte das in einer Minute absolvieren können:“

DCRS ONLINE meint: Effektiv ist die Sorge um das kleine Mädchen längst in den Hintergrund gerückt. Das Fall ist keine Maddie-Fall mehr, sondern ein Gerry und McCann- Fall geworden. Daran, dass das Kind noch lebt, glaubt insgeheim wohl niemand mehr.

Artikel vom 17. November 2007

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