Margareta Wolf verlässt endgültig die Grünen
Bis Ende 2007 ist die ehemalige Umwelt-Staatssekretärin Margareta Wolf Bundestagsabgeordnete für die Grünen gewesen. Jetzt verlässt sie die Umwelt-Schützer-Partei. Hintergrund ist unter anderem, dass Wolf für ein PR-Unternehmen tätig ist, das für die deutsche Atomlobby wirbt.
Nicht gerade im Sinne der Grünen.
Dennoch beharrt Wolf auf ihrem Standpunkt. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte sie, sie habe ihren Standpunkt nicht gewechselt. “Ich sage nur, man kann nicht aus opportunistischen Gründen die Kohle ablehnen, weil sie klimaschädlich ist, und gleichzeitig die Kernkraft abschalten wollen.”
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Die Behauptung, man könne nur aus erneuerbaren Energien die Energieversorgung einer Industrienation wie Deutschland sicherstellen, grenze an “Volksverdummung”, so Wolf.
Auf ihrer Website klingt das noch ganz anders. Hier schreibt sie, der Reaktorunfall in Tschernobyl habe “die Risiken der Atomkraft deutlich gemacht”. Ausführlich geht sie auf die Risiken von Kernenergie - die sie hier noch “Atomkraft” nennt - ein: “Ein Problem, das aber nach wie vor ungelöst ist, ist die Entsorgung des radioaktiven Abfalls. Radioaktiver Abfall von Atomkraftwerken ist noch Millionen Jahre strahlungsaktiv. Ein gefährliches Erbe, das wir zukünftigen Generationen heute überlassen.”
Für die erneuerbaren Energien hat Wolf hier deutlich positivere Worte als gegenüber der FAZ. “Der Atomausstieg ist beschlossen. Zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energiepolitik zählt aber auch der zweite Schritt, nämlich der Umstieg auf eine zukunftsfähige Energieversorgung.”
Wegen ihrer Arbeit für die Atomlobby hatten Grüne aus Berlin und Brandenburg ein Parteiausschlussverfahren gefordert, falls Wolf diese Tätigkeit nicht beende. Kurz vor Wolfs Austrittserklärung hatte Parteichef Reinhard Bütikofer gesagt, er glaube, “es gibt da Erklärungsbedarf, deshalb werde ich das persönliche Gespräch suchen”.
Schließlich warf Wolf Jürgin Trittin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag vor, sie persönlich angegriffen zu haben. In einem Interview erklärte Trittin dann, jeder müsse sich selbst fragen, ob er noch in den Spiegel gucken könne.
“Ich kann nicht Mitglied in einer Partei sein, deren Spitze sich anmaßt, meine berufliche Tätigkeit moralisch zu bewerten und abzuqualifizieren”, schrieb Wolf laut FAZ in ihrer Austrittserklärung.
Bütikofer wies Wolfs Kritik zurück. “Wir waren ihr gegenüber fair”, sagte er. “Ich bedauere, dass sich Margareta Wolf gegen die Grünen entschieden hat.” Ihre Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar. Die Parteispitze habe Wolf nicht herabgewürdigt, sondern das Gespräch gesucht.
Die aus Hessen kommende Ex-Politikerin hatte ihr Bundestagsmandat zum 1. Dezember 2007 niedergelegt und war zu der Kommunikationsberatung Deekeling Arndt Advisors gewechselt. Diese arbeitet unter anderem für den “Informationskreis Kernenergie”, dem die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke angehören.





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