Mega- Streik der GDL am Samstag um 2.00 Uhr beendet
Endlich der Mega- Streik der Lokführer von Mittwoch bis Samstag ist endlich vorbei. So lange wie noch nie ist die Deutsche Bahn seit dem Kriegsende damit bestreikt worden. Die GDL freut sich über diesen Rekord und noch mehr über das heillose Chaos, das sie in den knapp drei Tagen in Deutschland verursacht hat.
In Teilen der Republik stand alles still, nichts ging mehr. Da auch der Güterverkehr bestreikt wurde, litten zahlreiche Firmen unter den fehlenden Materiallieferungen. Bei Audi mussten sogar Schichten gestrichen werden.
Der bislang längste und umfangreichste bundesweite Streik bei der Deutschen Bahn endete heute Nacht um 2.00 Uhr. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte den Ausstand im Güterverkehr am Mittwochmittag begonnen und ihn in der Nacht zu Donnerstag auf den Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr ausgeweitet.
Vom Streik unbeeindruckt hat der Bahnvorstand der Gewerkschaft bislang kein neues Angebot vorgelegt. Man hat es offenbar auch weiterhin nicht vor.
Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag sowie Verbesserungen bei Einkommen und Arbeitsbedingungen der Lokomotivführer. Am Montag will die GDL beraten, ob der Streik unbefristet fortgesetzt werden soll. Allerdings werde bis einschließlich Montag definitiv nicht gestreikt.
Die Bundesregierung bemüht sich derweil intensiv, die Tarifkontrahenten wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen, lehnt einen Eingriff in den Konflikt aber nach wie vor ab.
Glos gibt Großgewerkschaften Schuld an Bahnstreiks
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gibt den großen Gewerkschaften die Schuld am Bahnstreik. „Vordergründig ist der Streik bei der Bahn die Folge mangelnder Kompromissbereitschaft“, sagte Glos der „Welt am Sonntag“. Die tiefere Ursache sei aber „der überdehnte Vertretungsanspruch der Einheitsgewerkschaft“.
Niemand muss sich wundern, dass Gruppen ihre Interessen selbst durchsetzen wollen, wenn die Großgewerkschaften nur noch den Durchschnitt vertreten, sagte Glos, der die Tarifparteien an ihre Verantwortung für die gesamte Volkswirtschaft erinnert.
SPD-Fraktionschef Peter Struck mahnte die Lokführergewerkschaft GDL, sie müsse sich ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung bewusst werden. Inzwischen stünden auch Arbeitsplätze in anderen Branchen auf dem Spiel, sagte Struck der Chemnitzer „Freien Presse“ (Samstagausgabe). Der SPD-Politiker verteidigte das Prinzip „Ein Betrieb - eine Gewerkschaft“ und stellte sich damit auf die Seite des Bahn-Vorstands. Struck forderte zugleich neue Verhandlungen. „Die Sprachlosigkeit muss beendet werden“, betonte der Fraktionsvorsitzende.
Bahnstreik-Gipfel am Sonntag bei „Anne Will“
Im festgefahrenen Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) treffen die Spitzen beider Seiten am Sonntagabend in der ARD-Fernsehsendung „Anne Will“ aufeinander. An der Sendung mit dem Untertitel „Machtkampf auf der Schiene: Die Nerven liegen blank!“ würden sowohl Bahn-Personalvorstand Margret Suckale als auch GDL-Chef Manfred Schell teilnehmen, teilte die Produktionsfirma Will Media am
Freitag in Berlin mit.
Daneben soll auch der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) an der Polit-Talkshow um 21.45 Uhr teilnehmen. Er hatte im August zusammen mit Heiner Geißler zwischen beiden Tarifparteien vermittelt. In diesem so genannten Moderationsverfahren einigten sich beide Seiten auf ein Moderationsergebnis, über dessen Auslegung sich Bahn und GDL zerstritten haben. So sicherte die Bahn der GDL einen „eigenständigen Tarifvertrag“ zu, der sich allerdings „konflikt- und widerspruchsfrei“ in das Gesamttarifsystem der Bahn einfügen müsse.
Zur Sendung am Sonntag sind den Angaben zufolge außerdem der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, und der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegießer, geladen. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sei nicht angefragt worden, hieß es von der Bahn. Schließlich war er bereits vor wenigen Wochen beim Thema Bahn-Privatisierung Gast in der Sendung.
DCRS ONLINE meint: Tatsächlich muss diese Gängelei der Wirtschaft und der privaten Bahnkunden nun endlich aufhören. Als Vertragspartner muss man über einen Vertrag verhandeln und sich nicht imaginär die Köpfe einschlagen!





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