Mehdorn muss Hansen Aussage korrigieren

Von Bianca Wollert

Mehdorn muss Hansen Aussage korrigierenWie peinlich, der neue Personalchef der Deutschen Bahn, Norbert Hansen, hat falsche Angaben zur Personalpolitik des Konzerns gemacht und musste jüngst von Bahnchef Hartmut Mehdorn korrigiert werden. Hansen hatte weitere Rationalisierungen und Stellenabbau angekündigt.

Es gebe aber weder entsprechende Pläne “und schon gar nicht gibt es derartige Beschlüsse”, teilte Mehdorn mit. Richtig sei vielmehr, “dass es im Zuge der Teilprivatisierung bis 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird”.

Hansen hingegen hatte erklärt: “Wir werden weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen”.

Schon als Gewerkschaftschef habe er Arbeitsplätze in der Verwaltung von Transnet abbauen müssen. Das sei kein angenehmer Job, aber es sei ihm immer gelungen, ohne Kündigungen auszukommen. “Das wird auch mein Ziel bei der Bahn sein,” sagte der bisherige Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet.

Was stimmt denn nun ?!

Hansen forderte außerdem von den Bahn-Mitarbeitern mehr Effizienz. “Es gibt mittlerweile viele regionale Bahngesellschaften, die zeigen, wie es gehen kann.” So gebe es dort Lokführer, die nicht nur den Zug zu steuern, sondern “in den Zugabteilen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken.” So etwas sei bei einem großen Konzern wie der Bahn zwar schwieriger, aber in diese Richtung müsse das Unternehmen langfristig denken.

Nachdem Hansen jahrelang auf der Seite der Gewerkschaften für die Rechte der Angestellten gekämpft hat, mutet seine harte Gangart nach dem Frontenwechsel etwas sonderbar an.

Hansen setzte sich weiterhin für eine weitere Privatisierung der Bahn ein. “Für mich ist wichtig, dass der Bund bei der Bahn weiter das Sagen hat - also die Mehrheit der Anteile besitzt”, sagte er. Die Obergrenze der Privatisierung liege für ihn daher bei 49,9 Prozent.

Bislang wollen Politiker auf gar keinen Fall die Grenze von 24,9 Prozent der Anteile überschreiten, weil private Aktieninhaber ab einem Aktienanteil von 25 Prozent eine Sperrminorität bilden könnten.

Hansen war in der vergangenen Woche von der Spitze der Gewerkschaft Transnet zurückgetreten, um den Posten als Bahn-Arbeitsdirektor anzunehmen. Daraufhin waren Vorwürfe laut geworden, er habe aus Eigennutz gehandelt und sei wegen dieser Karriere mit seiner ganzen Organisation für eine Teilprivatisierung der Bahn eingetreten. Hansen hatte dies als “aberwitzig” zurückgewiesen.

Foto: Norbert Hansen

Artikel vom 16. Mai 2008
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