Merkel auf Staatsbesuch in Lateinamerika
Der einwöchige Lateinamerika-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, hat am Mittwoch in Brasilien begonnen. Dort werde sie in der Hauptstadt Brasilia den Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva treffen und mit ihm gemeinsam ein abkommen zur Zusammenarbeit in den Bereichen erneuerbare Energien und effiziente Energienutzung unterzeichnen.
Zudem soll ein mehr als 30 Jahre altes Abkommen zur Kooperation bei der Nutzung der Atomenergie bestätigt werden.
Anschließend reist die Kanzlerin weiter nach Sao Paulo. Dies ist der größte Standort der deutschen Wirtschaft im Ausland.
Weitere Stationen der bisher längsten Auslandsreise seit ihrem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren sind Peru, Kolumbien und Mexiko. Die Kanzlerin wird von einer kleinen, elfköpfigen Unternehmerdelegation begleitet, der überwiegend Mittelständler angehören. Zudem nehmen mehrere Bundestagsabgeordnete an der Reise teil.
Es ist die erste große Lateinamerika-Reise eines deutschen Regierungschefs seit sechs Jahren. Zuletzt war Gerhard Schröder 2002 in Brasilien, Argentinien und Mexiko. Merkel kennt den Kontinent allerdings von einer Reise nach Brasilien und Mexiko als Umweltministerin in den 90er Jahren.
Ziel ihrer jetzigen Reise ist die Intensivierung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Lateinamerika, das mit 540 Millionen Einwohnern bevölkerungsreicher als die EU und die viertwichtigste Wirtschaftsregion der Welt ist.
Im Mittelpunkt steht der EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru am Freitag. Brasilien dürfte daneben als größtes, bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Land des Kontinents die wichtigste Station der Reise sein.
Möglicherweise wird die Kanzlerin auch dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez begegnen. Der hatte sie am Wochenende scharf attackiert und sie in die Nähe von Adolf Hitler gerückt. Merkel hatte ihm zuvor das Recht abgesprochen, die Interessen anderer lateinamerikanischer Staaten zu vertreten.
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