Merkel kommt zum Rekrutengelöbnis vor dem Reichstag
Zu dem vieldiskutierten Rekrutengelöbnis am Sonntag will nun die Bundeskanzlerin Angela Merkel doch persönlich erscheinen und dem Gelöbnis von 500 Bundeswehrrekruten vor dem Berliner Reichstag beiwohnen. Wie das Bundespresseamt bestätigte, wird die Kanzlerin selbst, und nicht nur wie geplant Staatsministerin Hildegard Müller, CDU, zu dem feierlichen Akt erscheinen.
Wie jüngst das Auswärtige Amt mitteilte, wird offenbar auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier dem militärischen Zeremoniell beiwohnen, sowie CDU-CSU Vorsitzender der Bundestagsfraktion, Volker Kauder.
Noch am Freitag hatte sich der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, SPD, über die Vielzahl von urlaubsbedingten Absagen für das Gelöbnis bedauerlich gezeigt.
Aus dem Bundeskabinett hatte sich außer Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zunächst niemand zu der Vereidigung angemeldet.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden am Sonntagabend rund 500 Soldaten der 5. und 6. Kompanie des Wachbataillons aus der Julius- Leber-Kaserne in Berlin sowie der Brückberg-Kaserne in Siegburg vereidigt. Sie geloben, “der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen”.
Erstmals werden vor dem Reichstag rund 500 Rekruten des Wachbataillons zum Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 ihr traditionelles Gelöbnis ablegen. Damit erinnert die Bundeswehr an den militärischen Widerstand gegen die Nazi- Diktatur. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und der Verteidigungsminister werden zu den Soldaten sprechen.
Seit 1999 legen Rekruten in Berlin am 20. Juli ihr Gelöbnis ab. Die von mehreren tausend Gästen besuchte Zeremonie fand stets am Bendlerblock statt, in dessen Hof nach einem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 einige Verschwörer hingerichtet worden waren. Wegen Bauarbeiten am Bendlerblock war in diesem Jahr der Reichstag ins Gespräch gekommen. Zunächst hatte das zuständige Bezirksamt ein Gelöbnis vor dem Reichstag abgelehnt, erst nachdem sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eingeschaltet hatte, konnte die Zeremonie vor dem Reichstag stattfinden.





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