Mordopfer Hannah aus Königswinter für Propaganda- Zwecke missbraucht

Von Irina Heidkamp

Hannah hat sicher genug gelitten: So sollte sie wenigstens jetzt in Frieden ruhen dürfenWie die rheinische Tageszeitung „Express“ berichtet, haben die Eltern der brutal ermordeten Hannah (†14) aus Königswinter nicht nur mit dem Verlustschmerz, sondern mit unschönen Nazi- Belästigungen zu kämpfen. Einem Siegburger, rechtsradikalen Politiker, der den Mordfall zu Propaganda- Zwecken nutzt, ist offenbar nur mit Hilfe einer Rechtsanwältin bei zu kommen.

Nun hat der Störenfried angekündigt, am Heiligenabend Hannah`s Grab besuchen zu wollen. Bei dem rechtsradikalen Politiker handelt es sich um den mehrfach vorbestraften Dominique Oster (34).

Er richtete im Internet unter dem Vor- und Nachnamen von Hannah eine pietätlose Gedenkseite ein, die ganz offensichtlich vielmehr seiner Präsentation als dem Gedenken des armen Mädchens dienen sollte.

Die Gedenkseite schloss Dominique Oster erst auf Druck. „Ich wurde von der Familie über eine Rechtsanwältin dazu aufgefordert“, bestätigt er gegenüber dem Kölner Express. Auch der Bonner Staatsanwaltschaft ist der Vorgang bekannt.

Sämtlicher Inhalt der Seiten mussten gelöscht werden. Gott sei Dank. Was dort zu finden war, hatte mit einer würdevollen Erinnerung an das Mordopfer nicht im Geringsten etwas zu tun.

Die Familie des 14jährigen Mädchens distanzierte sich ausdrücklich von den abscheulichen Inhalten. Dem 34jährigen wurde zudem untersagt, sich dem Grab der 14jährigen zu nähern.

Auf der Internetseite war unter anderem folgendes zu lesen:

„(…) ich bin vorbestraft wegen Besitzes von kinderpornographischen Medien, weil 14 Bilddateien (…!…) auf meinem Rechner gefunden wurden. Und ja, ich bin inzwischen ein bekennender Pädophiler! (…was genau das bedeutet, weiß zwar kein Mensch, aber schimpft ruhig alle, denn es juckt mich eh nicht!…) Auch bin ich überzeugter Nationalsozialist und mein absolutes Vorbild ist Herr Reichskanzler Adolf Hitler…! Soll ich lügen? (…)“, so Osters Eintrag am 9. November 2007.

Seit Anfang dieser Woche ist auch das Gästebuch der Seite geschlossen. Der Seitenbetreiber war darin von Usern als „armselige Kreatur“ bezeichnet worden. Hintergrund ist wohl auch, dass der 34jährige am 24. Dezember unbedingt an das Grab von Hannah kommen will.

Hannah kannte er nicht persönlich, wie er dem Kölner Express erzählte. Oster: „Es hat mich einfach nur betroffen gemacht.“ Zweimal sei er auch am Grab der Schülerin gewesen, deren Tod Ende August bundesweit für Erschütterung sorgte, habe ihr Blumen gebracht. Der Grabbesuch am 24. Dezember sei schon länger besprochen. Oster: „Ich habe da eh nichts Besseres zu tun.“

Oster war Kreistagsmitglied für die NPD und wird, zumindest bis Juli 2007, als Schriftführer der rechtsgerichteten Partei „Bündnis für Deutschland“ geführt.

Hannahs Freunde wollen ihn unbedingt an einem Besuch an Hannah`s Grab hindern. Hierzu werden sie eine Menschenkette um das Grabareal bilden. Die 14jährige selbst kann sich nicht mehr wehren, aber ihre Freunde kämpfen für sie.

Am 27. November wird vor dem Bonner Landgericht der Prozess gegen Hannahs Mörder (26) eröffnet werden. Dem Wagenpfleger mit Migrationshintergrund wird vorgeworfen, die 14-Jährige aus Königswinter überfallen, vergewaltigt und mit einem Messer grausam getötet zu haben.

DCRS meint: Respekt vor Hannah`s Freunden ! Warum lässt man das Mädchen nicht einfach in Frieden ruhen und muss es nun noch mit billigem Geltungsdrang beschmutzen ?!

Artikel vom 15. November 2007

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