Münchner U-Bahn-Schläger – Billige Ausreden und kein Ausschluss der Öffentlichkeit

Von Eleonore Matschge

Münchner U-Bahn-Schläger Billige Ausreden und kein Ausschluss der ÖffentlichkeitAm Montag begann in München der Prozess gegen die Münchner-U-Bahn Schläger Serkan A., 21 und Spyridon L., 18. Der Strafprozess wird vor der Jugendkammer des Landgericht München I verhandelt.

Schon zu Prozessauftakt schockierten die beiden Angeschuldigten mit wässrigen und unglaubwürdigen Entschuldigungen und Ausreden. Sie seien zur Tatzeit betrunken gewesen. Der Türke Serkan A. habe zudem vor der Tat Heroin genommen. Vor Gericht zeigten sich die beiden Angeklagten eher ruhig und zurückhaltend.

Der Grieche Spyridon L., der zur Tatzeit noch 17 Jahre alt war, erklärte, er sei volltrunken gewesen und sei deshalb aggressiv geworden, als er von dem 76jährigen Opfer aufgefordert wurde, in der U-Bahn das Rauchen zu unterlassen, - so wie es vorgeschrieben ist.

Serkan A. fügte noch hinzu, das Opfer habe ihn ausländerfeindlich beschimpft, deshalb habe er angegriffen.

Den Tätern droht eine Verurteilung wegen versuchten Mordes.

Die beiden jungen Männer hatten ihrem Opfer Bruno N. bei dem Überfall am 20. Dezember so schwere Kopfverletzungen zugeführt, dass laut Anklage Lebensgefahr bestand.

Zu dem Angriff sei es gekommen, nachdem L. vom späteren Opfer Bruno N. aufgefordert wurde, seine Zigarette in der U-Bahn auszumachen. Daraufhin beschimpfte L. den Rentner laut Anklage als „Scheiß Deutscher“. Beim anschließenden Halt der U-Bahn seien alle drei gleichzeitig ausgestiegen. Serkan ließ über seinen Anwalt erklären, der Rentner habe ihn mit den Worten: „Ihr seid das Volk, das hier Stress macht und rausgehört“ beschimpft.

Ganz offensichtlich will Serkan A. sich seine Zugehörigkeit zu einer vermeintlich diskriminierten Minderheit zu Nutze machen. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist zweifelhaft. Als Angeklagter ist Serkan A. nämlich nicht verpflichtet die Wahrheit zu sagen. Dies gilt nur für Zeugen.

Nach dem Zwischenfall in der U-Bahn sei er spontan hinter dem Mann her gerannt, habe ihn mit dem Ellenbogen umgestoßen und getreten. „Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum ich so etwas getan habe. Ich wollte ihn auf keinen Fall töten“, ließ er über seinen Anwalt erklären.

Der mitangeklagte Spyridon L. soll das Opfer laut Anklage 8mal mit den Fäusten ins Gesicht und auf den Oberkörper geschlagen haben. Außerdem soll er den Kopf des am Boden liegenden Rentners wie einen Fußball getreten haben.

Der inzwischen 18jährige gab an, sich wegen seines Rausches an viele Einzelheiten des Abends nicht erinnern zu können. Gleichzeitig nannte der gebürtige Grieche den Alkoholkonsum als Auslöser seiner Aggressivität. „Wenn ich so besoffen bin, so dicht, dann werde ich sofort aggressiv“, sagte der Angeklagte. „Ich schäme mich. Normalerweise bin ich nicht so ein Mensch, der alte Menschen haut, ich war so dicht, es tut mir leid.“

Gleich zu Beginn der Verhandlung beantragten die Verteidiger der Angeklagten den Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Antrag wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass die Angeklagten nicht befürchten müssten, dass Fragen zu ihrer engsten Privatsphäre, wie etwa zum Sexualleben, gestellt würden. Das Argument des besonderen Schutzes der Persönlichkeitsrechte Heranwachsender durch den Gesetzgeber ließ das Gericht nicht gelten.

Der Fall hatte um Weihnachten und zu Jahresbeginn eine heftige Debatte über Verschärfungen im Jugendstrafrecht ausgelöst und war vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) zum Thema im Landtagswahlkampf gemacht worden.

Artikel vom 23. Juni 2008

4 Antworten zu “Münchner U-Bahn-Schläger – Billige Ausreden und kein Ausschluss der Öffentlichkeit”

  1. Hans sagt:

    Ach, so nette junge Leute, die zudem noch Reue zeigen und Ausländer sind!
    Bei etwas Glück kommen sie mit ein paar Wochen Hausarrest und ein paar Stunden gemeinnütziger Arbeit davon…

  2. Bernd sagt:

    Die freudlichen Jungs von nebenan können sich doch freiwillig melden und als Zeichen Ihrer Reue eine Niere spenden. Das wäre mal überzeugend. Organe gegen Verbrechen.

  3. Aaron sagt:

    “Die freudlichen Jungs von nebenan können sich doch freiwillig melden und als Zeichen Ihrer Reue eine Niere spenden. Das wäre mal überzeugend. Organe gegen Verbrechen.”

    Bernd: find ich gut! Und beim zweiten Verbrechen, natürlich die zweite Niere….hehe ;-)
    (OK gemeiner Witz….muss meinem Ärger über das Gesindel irgendwo Luft machen…bitte um Verständnis).

  4. aksu sagt:

    hey ihr voll deppen ihr braucht garnicht o blöd daher zu reden stimmt ihr seit ja deutsche ihr macht nichts wie genau wir türken sind ja an alles schuld mein cusar serkan aksu kommt wieder frei

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