Mysteriöser Kampfhund zerfleischt Jugendlichem das Gesicht

Von Irina Heidkamp

Mysteriöser Kampfhund zerfleischt Jugendlichem das GesichtIn der Innenstadt von Magdeburg ist ein 16jähriger Jugendlicher jüngst von einer unbekannten Kampfmaschine, einem mysteriösen Kampfhund angefallen und zerfleischt worden. Der Hund verbiss sich in die Unterlippe des Jugendlichen.

Der 16jährige hatte mit Freunden auf einem Gehweg Fußball gespielt, als das gefährliche Tier auf ihn zukam. Der Jugendliche hielt den Ball schützend vor sich, doch er hatte gegen das massige Tier keine Chance. Der Hund sprang an ihm hoch und verbiss sich in seinen Lippen.

Erst als ein anonymer Pfiff ertönte, ließ der Hund von seinem Opfer ab und rannte davon.

Zu wem der Hund gehört, ist unklar!

DCRS meint: Das ist nun schon die vierte Hundeattacke mit schweren Folgen innerhalb von wenigen Tagen. Ein Kampfhund ist eine Waffe und sollte im Gesetz auch als solche betrachtet werden. Verletzungen durch Hundebisse müssen für die Halter, wie eine selbst ausgeführte Körperverletzung mit einer gefährlichen Waffe geahndet werden!

Artikel vom 2. Juli 2008

4 Antworten zu “Mysteriöser Kampfhund zerfleischt Jugendlichem das Gesicht”

  1. Ursula B. sagt:

    Hunde gehören in der Stadt grundsätzlich an die Leine und man kann jeden Hund zu einer Waffe machen. Doch warum lese ich nur Riesenschlagzeilen, wenn es sich um einen gelisteten Hund handelt und nicht wenn es ein deutscher Schäferhund, Labrador oder sonstwelche Rassen sind? Egal welcher Rasse der Hund angehört - in JEDEM Fall muss der Halter bestraft werden und das nicht nur mit einer läppischen Geldbusse.

    Rasselisten sind keine Garantie für Beissunfälle. Ich habe selber einen gelisteten Hund und bin mir meiner Verantwortung für mein Tier und meine Mitmenschen bewusst. Jeder Beissvorfall ist einer zuviel, doch statt unsinnige Gesetze zu erlasse, sollten sich unsere Politiker mal Gedanken machen, wie man dauerhaft das Verhältnis Hund und Mensch verbessern kann. Denn Fehler macht nur der Mensch - ein Hund tut nur das was man ihn lehrt oder auch nicht. Wenn der Mensch mehr über die Körpersprache des Hundes wüsste, gäbe es mit Sicherheit weniger Vorfälle

  2. F. Hansen sagt:

    Erst einmal steht noch gar nicht fest, ob es sich um einen “Kampfhund” (ein Hund, der von hirnlosen Menschen zu grauenvollen Taten missbraucht wird) handelt. Und zudem noch gibt es keinerlei konkrete Angaben über die Rasse oder das konkrete Erscheinungsbild des Hundes.
    Die Besitzer des Hundes haben grob fahrlässig gehandelt, verantwortungslos ist viel zu milde ausgedrückt für deren Verhalten. Ein Hund ist immer das Ergebnis seiner Sozialisation, seiner Erziehung. Von Geburt an ist kein Hund gefährlich, man macht ihn dazu. Deswegen ist Hundeerziehung, artgerechte Haltung und eine konsequente, liebevolle und vertrauensbildende Beziehung zum Hund das A und O, denn dann kann nichts passieren.
    Hunderassen zu verdammen oder sie auf eine Liste zu setzen hilft keinem.
    Wer Hunde misshandelt, sie gewalttätig erzieht, sie “scharf” macht, demjenigen muss das Handwerk gelegt werden.
    Auf der anderen Seite muss man aber sehen, wie sehr die angefallenen Menschen Fehler gemacht haben. Thema: Welche Reize gingen von den Menschen aus?
    Gerade die zu Unrecht gefürchteten Hunde der Rassen Pitbullterrier, Staffordshire Terrier, Rottweiler, Bullterrier oder Dobermann sind von Natur aus sehr menschenbezogen mit einer sehr hohen Reizschwelle. Ebenso lassen sie sich sehr gut erziehen, weil sie auch Hunde sind, die sich bestens für eine Therapie mit Kindern, behinderten Menschen eignen. Ihre Lernfähigkeit ist enorm, sie müssen beschäftigt werden.
    Ich kann allen versichern, es liegt nicht an der Rasse. Ich bin selbst Besitzer eines American Staffordshire Terriers, der ein sehr gutes Sozialverhalten gegenüber Mensch und Tier besitzt, was immer wieder viele Leute bestätigen (unabhängig voneinander).Zu Kindern ist er sehr vorsichtig und ich gehe mit ihm in Restaurants, Cafés und zu Familienfeierlichkeiten. Wenn viele Besitzer von Hunden sich mehr Mühe machten, dann hätte man ebenso einen solch verlässlichen Vierbeiner.
    Das Gleiche ähnelt dem Vorfall in Hamburg vor acht Jahren. Dort wussten Polizei, Ordnungsamt, Staatsanwaltschaft über den fahrlässigen Hundehalter Bescheid und unternahmen nichts, obwohl es ihre Aufgabe war. Die seinerzeitige Gesetzgebung hätte auf jeden Fall ausgereicht, dem Hundehalter und seine misshandelten Hunde habhaft zu machen.
    Hundehalter sollen mehr Verantwortung, Kenntnisse und fachliche Bildung erlangen, damit sie einen Hund bekommen, der ihnen auch keine Probleme macht, denn das andere Ende der Leine ist immer der Urheber. Nicht der Hund ist an allem schuld, sondern oft ist der Mensch die “Bestie”.

    Wenn sich nun Politiker wieder breit zu diesem Thema äußern, beweisen sie dann immer wieder auch hier ihre Unkenntnis und die Distanz zur Sachlichkeit und der Realität. Verantwortliche im Kinderschutzbund/Kinderhilfe sollten auch hier einmal über den „Kindertellerrand“ schauen und sich gründlich informieren, bevor sie ihre emotionalen und nicht rationalen Meinungen verbreiten.
    Dass Journaillenblätter wie Bild gewohnt niveaulos und ebenso unsachlich dieses Thema herausbrüllen ist jedem vernünftig denkenden Menschen bekannt. Deswegen bedienen sie auch nur die niedrigen Instinkte der dummen Menschen und Leser/innen. Das ist nun mal der Job der Hetzblätter à la Bild. Journalistische, gründliche Bearbeitung der Themen und die falschen Wortwahlen lassen leider journalistische Qualitäten und Überzeugungskraft bei den Boulevardmedien missen.

    Während meiner Studienzeit an der Universität lernte ich Sachverhalte und Fakten kritisch und gründlich zu überprüfen, damit man dementsprechend eine Theorie oder eine Meinung verfassen kann.

    Internationale Kynologen (Hundewissenschaftler) und Tierärzte beweisen unabhängig voneinander immer wieder:
    Genetisch gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Anhaltspunkt dafür, dass Gefährlichkeit bei Hunden vererbbar sei, erst recht nicht dafür, dass eine ganze Rassenpopulation als gefährlich gelten könne. Zudem werden einzelne gefährliche Tiere ohnehin von der Zucht ausgeschlossen. Die vorgenommenen Rasselisten der vermeintlich gefährlichen Hunde sind willkürlich und lassen sich objektiv nicht begründen. Jeder Hund ist ein Individuum mit seinem eigenen Charakter, seinen Eigenheiten und seiner persönlichen Lebensgeschichte, egal ob Rasse-, „Kampfhund“ oder Mischling.
    Wieso sind American Staffordshire Terrier in ihrem Ursprungsland USA seit Jahrzehnten begehrte Familienhunde, die dort nachweislich auch in Kinder-, Alters- oder Behindertenheimen als Therapiehunde eingesetzt werden? Oder warum zählt der englische Staffordshire Bullterrier in Großbritannien zu den beliebtesten Hunden, die man liebevoll die „Nannyhunde“ nennt?
    Dass Verantwortliche in der Regierungsverantwortung nicht unbedingt mit Sachkenntnissen ausgestattet sein müssen, um Probleme zu lösen, Konzepte zu entwickeln und letztendlich Gesetze zu erlassen, das hat jede(r) aufgeschlossene(r) Bürger(in) mittlerweile in diesem Land begriffen.
    Die Gesetze und Verordnungen zur Hundehaltung in den vergangenen Jahren sind Zeugnisse einer unbedachten, schnellschüssigen Politik, deren Konsequenzen nun viele Hunde zu tragen haben und ihr Dasein mit äußerst geringer Vermittlungschance in einem Tierheim fristen müssen. Von unberechenbaren „Kampfhunden“ ist die Rede, die als bestialische Monster an den medialen Pranger hingestellt werden. Es wäre besser gewesen, wenn Politiker/innen und Medienleute auf den Hund gekommen wären, als Pferde scheu zu machen.
    Listenhunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Rottweiler etc., für die man die hohe, wucherische, sittenwidrige Hundesteuer nicht mehr bezahlen kann, werden ausgesetzt, an Leitplanken von Autobahnen festgebunden, in den Wald geschickt, vergast, grausam gefoltert – man darf sich nicht vorstellen, was mit den Tieren geschieht. Hier werden die Opfer zu Tätern gemacht. Aber die wahren Täter sind die Menschen, die Hunde zu so genannten „Kampfmaschinen“ machen. Wollen oder können die Verantwortlichen in der Politik und in den Medien das immer noch nicht verstehen oder sind sie nicht fähig dazu? Kein Hund ist von Geburt aus ein Kampfhund, ebenso ein Blinden- oder Rettungshund. Man muss ihn dazu machen. Wenn alle Hundebesitzer/innen, nicht nur die Besitzer/innen von Listenhunden, einen Sachkundenachweis zur Haltung von Hunden erbringen müssen, dann wäre dies nicht nur zum Wohl der Hunde, sondern auch der Gesellschaft.
    Viele Hundehalter/innen haben nämlich keine oder viel zu wenig Ahnung von ihren vierpfotigen Mitbewohnern. Sie sind oft enttäuscht darüber, wenn der Hund nicht so reagiert, wie man sich das wünscht. Ein Hund ist eben ein Lebewesen, das sich nicht wie ein DVD-Recorder einfach so programmieren lässt. Hundeerziehung ist Arbeit, nimmt Zeit, aber auch Nerven in Anspruch. Nicht der Hund, sondern das andere Ende der Leine ist das Problem.
    Schlechte Sozialisierung, mangelnde Erziehung und falsches, oft brutales Verhalten dem Hund gegenüber, machen aus jedem Hund eine Gefahr für die Gesellschaft.
    Jährlich passieren immer wieder Unfälle mit Hunden, wobei auch leider Todesfälle vorkommen. Aber viele Hunde verschiedener Rassen sowie Mischlinge und nicht nur die indizierten Hunde sind Verursacher der traurigen Ereignisse. Am Rande, zum Nachdenken, sei bemerkt, dass Verkehrsunfälle, wo auch viele Kinder zu Tode kommen, weitaus häufiger passieren als Beißunfälle mit Hunden. Werden nun Autos mit hoher PS-/ KW-Zahl nicht mehr zugelassen?

  3. F.Fuhrmann sagt:

    Kann der vorangegangenen Meinung nur zustimmen. Bin selber Besitzer einer Stafford Hündin (und übrigens selber aus Magdeburg)von welcher ich noch nie in den 6 Jahren ihres bisherigen Lebens auch nur die kleinste Aggression gegen Menschen erlebt habe, ganz im Gegenteil finde ich das sie doch manchmal ein wenig mehr Beschützerinstinkt zeigen könnte, weil sie sich selbst Nachts in ungewöhnlichen Situationen über jeden freut.
    Was hier in diesem Bericht getrieben wird ist Stimmungsmache auf unterstem Niveau, welche dem Leser mit Schlagwörtern wie zerfleischen und Kampfmaschine eine vollkommen unnötige Angst suggerieren soll, anstatt sich auf irgend eine Empirie zu stützen wird hier verurteilt.
    Da könnte eher ich zur Kampfmaschine werden die ihren Hund verteidigt…

  4. A.Oberheide sagt:

    Zeugen gibt es scheinbar auch nicht. Wenn ich übrigens einen Ball vor mein Gesicht halte, springen meine Hunde auch hoch und wenn ich Pech habe, haut es den Ball gegen meine Oberlippe. War’s vielleicht eher so ?
    Wo bleibt denn die Beschreibung des Hundes ? Oder ist es ein Kampfhund, wenn es beißt ?
    Ein kurzhaariger, gestromter Hund könnte auch ein Boxer, Bardino, Alano oder Presa Canario sein. Ein brauner kurzhaariger ebensogut ein Ridgeback, Harzer Fuchs, …
    Und wenn ein Hund richtig in die Oberlippe beißt, bedeutet das Krankenhause und schwerste Gesichtsverletzungen. Da bleibt dann nichts mehr von der Lippe.

Hinterlasse eine Antwort