Nach Tod von Patienten: Anklage gegen Chefarzt erhoben

Von Stefan Marx

Anklage gegen Chefarzt erhobenDie Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den früheren Chefarzt einer Klinik im nordrhein-westfälischen Wegberg wegen des Todes von sieben Patienten und der mutmaßlichen Fehlbehandlung von weiteren zehn Erkrankten erhoben.

Dem Mediziner, der vergangene Woche festgenommen worden war, werden unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen und fahrlässige Tötung in vier Fällen zur Last gelegt.

Wegen des Verdachts falscher Behandlung wurden zudem auch noch acht weitere Ärzte angeklagt, von denen noch drei an dem Wegberger Krankenhaus tätig sind.

Nach früheren Behördenangaben sollen bei den betroffenen Patienten im Alter zwischen 50 und 92 Jahren unter anderem unnötige Operationen vorgenommen worden sein und außerdem wurde bei Kranken demnach ein nicht steriler Zitronensaft zur Desinfektion verwendet.

Eine anonyme Anzeige vom Dezember 2006 war Auslöser der Ermittlungen gegen den früheren Chefarzt und heutigen Geschäftsführer der Wegberger Klinik.

Bereits im vergangenem Jahrs war dem Mediziner bereits die ärztliche Zulassung vorläufig entzogen worden und am vergangenen Donnerstag wurde schließlich ein Haftbefehl gegen ihn vollstreckt, den die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Fluchtgefahr erwirkt hatte.

Wegen der schweren Vorwürfe muss der Arzt mit einer hohen Strafe rechnen.

Neben den Delikten im Zusammenhang mit den sieben Todesfällen werden dem Inhaftierten auch eine ganze Reihe weiterer Körperverletzungen vorgeworfen. Außerdem soll er sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht und gegen die Anordnung des Ruhens seiner Approbation verstoßen haben.

Artikel vom 21. April 2008

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