Natascha Kampusch doch sexuell missbraucht
Über die Misshandlungen durch ihren Entführer Wolfgang Priklopil will die heute 19jährige Natascha Kampusch weiterhin nicht sprechen. Immer wieder tauchen neue Vermutungen auf, nach denen Kampusch als Kind von ihrer Mutter und anschließend durch ihren Entführer sexuell missbraucht worden sei.
In der Öffentlichkeit scheint die 19jährige, sobald die Sprache auf dieses heikle Thema kommt, äußerst reserviert. Einen Missbrauch durch die Mutter bestreitet Kampusch vehement, doch zu ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil, will sie sich in dieser Hinsicht nicht äußern.
In einem letzten Interview mit dem ORF erklärte Kampusch harsch: “Das ist meine Privatangelegenheit, ich fühle mich nicht dazu verpflichtet, darauf zu antworten.”
Unterdessen reißen die Vorwürfe gegen die österreichische Justiz nicht ab. Immer lauter wird der Vorwurf, Ermittlungsbehörden hätten versucht Fehler im Fall Kampusch zu vertuschen. Die 19jährige ist darüber sehr schockiert, hat nach eigenen Angaben den Glauben an die österreichische Justiz verloren.
Das sagte die 19-Jährige in einer Dokumentarsendung des ORF-Fernsehens zu den kürzlich bekanntgewordenen Ermittlungspannen in ihrem Fall. Der Versuch der Behörden, diese Fahndungspannen zu vertuschen, sei “schon sehr arg”.
Kampusch, die sich im August 2006 nach acht Jahren aus der Gefangenschaft im Haus ihres Entführers befreien konnte, forderte, die Verantwortlichen für die Fehler zur Verantwortung zu ziehen. Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, hatte die Polizei schon kurz nach der Verschleppung von Kampusch eindeutige Hinweise auf deren Entführer, verfolgte die Spur jedoch nicht konsequent.
“Es sind schon die Leute zur Verantwortung zu ziehen, die diesem Hinweis nicht nachgegangen sind”, forderte die junge Frau. Ob sie eine staatliche Entschädigung einklagen werde, sei noch nicht entschieden. “Es geht ja nicht um Geld, sondern es geht um Gerechtigkeit.” Es werde sich “erst herausstellen, ob ich eine Entschädigung bekommen werde oder ob ich eine Klage einbringen werde”.
Zwar hatten Beamte den Entführer Wolfgang Priklopil vernommen, jedoch keine Hausdurchsuchung angeordnet, obwohl er für den Zeitpunkt der Tat kein Alibi hatte. Priklopil hatte Natascha Kampusch in einem Kellerverlies in seiner Garage festgehalten. Nach ihrer Flucht hatte er Selbstmord begangen.
In der vergangenen Woche hatte der frühere Chef des österreichischen Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger, enthüllt, die Polizei habe wenige Wochen nach der Entführung von Kampusch Hinweise gehabt, die direkt zu dem Entführer geführt hätten. Diese präzisen Hinweise, die von einem Polizisten kamen, wurden jedoch von der Polizei ignoriert. Haidinger hatte im Sommer 2006 das damals von der konservativen Ministerin Liese Prokop geleitete Innenministerium aufgefordert, die gravierenden Ermittlungsfehler zu untersuchen, war dort jedoch abgeblitzt.
Eine inzwischen von deren Nachfolger Günther Platter eingesetzte Untersuchungskommission hat ihre Arbeit aufgenommen, ist jedoch höchst umstritten, weil ihr überwiegend führende Beamte des Innenministeriums angehören. Die Opposition fordert deshalb einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Sie wirft der ÖVP vor, sie habe 2006 die Ermittlungspannen “unter den Tisch kehren” wollen.
DCRS meint: Was wird da noch alles zu Tage kommen ?!
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