Natascha Kampusch sagt für ihre Mutter aus

Von Jette Petersen

Natascha Kampusch sagt für ihre Mutter ausDie Gerüchte im Entführungsfall Natascha Kampusch reißen nicht ab. Auch Nataschas Mutter, Brigitta Sirny gerät immer wieder in den Verdacht mit der Entführung ihrer Tochter etwas zu tun zu haben. Jüngst musste Natasche vor Gericht aussagen, weil Sirney dem pensionierten Richter Martin Wabl untersagen, will zu behaupten, Sirny sei an der Entfürhung ihrer Tochter im Jahr 1998 beteiligt gewesen. Natasche Kampusch wurde als Zeugin geladen.

Das Entführungsopfer soll seine Mutter laut Gerichtsbeobachtern, während ihrer Vernehmung utner Ausschluss der Öffentlichkeit vollständig in Schutz genommen und entlastet haben. Wie weit das Opfer eine Mittäterschaft der Mutter aber tatsächlich beurteilen kann, bleibt fraglich.

Es ist die erste Aussage von Natascha Kampusch vor einem Gericht in ihrem eigenen Entführungsfall.

Der ehemalige Richter. Martin Wabl, beschuldigt Sirny außerdem, ihre Tochter vor der Entführung sexuell missbraucht zu haben. Nataschas Vater, Ludwig Koch, wollte vor dem Richter nicht ausschließen, dass Sirny an dem Verbrechen beteiligt gewesen sei.

“Das kann ich nicht sagen. Weder zu hundert Prozent ja, noch zu hundert Prozent nein.” Sirny hat dies allerdings ebenso energisch bestritten, wie Natascha Kampusch selbst.

Eine Nachbarin, die sich nach eigenen Aussagen oft um Natascha kümmerte, behauptete vor dem Richter, Priklopil vor der Entführung einmal im Geschäft von Brigitta Sirny gesehen zu haben. Sie gab vor Gericht außerdem an, dass Natascha in der Nacht vor dem Kidnapping bei ihr in der Wohnung auf ihre Mutter gewartet habe.

Sirny sei daraufhin sehr böse gewesen, weil das Kind nicht allein in der Wohnung gewartet habe. Am nächsten Tag verschwand die Zehnjährige. Die Nachbarin fuhr daraufhin zum Vater Nataschas, um bei der Suche zu helfen. Zu diesem Zeitpunkt habe Sirny bereits Vermisstenanzeige erstattet.

Als Zehnjährige war Natascha auf dem Schulweg im Norden Wiens von dem Elektrotechniker Priklopil entführt und danach rund acht Jahre lang meist in einem Kellerverlies unter seiner Garage von ihm festgehalten worden. Hinweise von Nachbarn, wonach Kampuschs Mutter eine Verbindung zu Priklopil hatte, wurden in den folgenden Jahren ebenso wenig bewiesen, wie die Anschuldigung des sexuellen Missbrauchs.

Der jetzt beklagte Ex-Richter Wabl begründete seine Verdächtigung mit Aussagen einer Schwester von Kampusch, wonach die Zehnjährige kurz vor der Entführung stark zugenommen und begonnen habe, ins Bett zu machen. Nach einem Gutachten des Kinderpsychologen Max Friedrich, der keine Anzeichen sexuellen Missbrauchs vor der Entführung hatte finden können, hatte die Polizei den Verdacht fallen lassen.

Artikel vom 16. Mai 2008
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Eine Reaktion zu “Natascha Kampusch sagt für ihre Mutter aus”

  1. Hans

    Die ganze Geschichte stinkt doch allmählich zum Himmel.
    Womöglich war das gar keine “Entführung”, sondern ein perverses Arrangement mit Einverständnis aller Beteiligten, incl. N.K.?

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