Nerviger Kampf ums Flaschenpfand - oder, warum haben wir dieses überhaupt eingeführt ?

Von Irina Heidkamp

Immer häufiger hören wir - Lange Warteschlangen vor dem Supermarkt, Probleme bei der Leergut-Rückgabe - Immer wieder Ärger mit dem Flaschen- und Dosenpfand! Doch: Warum gibt es so lange Schlangen bei der Flaschen-Abgabe?
Derzeit werden viele Rücknahme-Automaten mit neuer Sicherheitstechnik aufgerüstet, weil immer mehr Leergut mit gefälschten Etiketten in Umlauf ist. Banden lassen Pfandflaschen sogar in Osteuropa für 10 Cent herstellen, um bei uns 25 Cent Pfand pro leeren Behälter zu kassieren. Deshalb sind Automaten außer Betrieb, das Personal prüft das Leergut - das raubt Zeit!

DCRS fragt: “Haben wir das Leergutpfand zur Bereicherung von Nachbarstaaten eingeführt?!!”

Manchmal blockieren Pfandsammler mit Riesen-Tüten den Automaten. Oder der Händler will die Flaschen nicht zurücknehmen und sagt, obwohl er es nicht darf: “Das sind keine Flaschen von uns.”

DCRS fragt: Haben wir das Leergutpfand zur Bereicherung des Einzelhandes eingeführt oder als neueste ABM, übersetzt Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Nein, es ist das neueste Hobby und zugleich Tarnung der Hausfrauen, wer hat den größeren Sack mit Leergut beim Einkaufen dabei !”

Laut Verbraucherzentrale NRW wird die Pfand-Rückzahlung auch aus anderen Gründen verweigert, wie zum Beispiel: Das Etikett fehlt oder Dosen und Plastikflaschen sind zerbeult.

DCRS meint: “Wunderbar, daher haben wir in Deutschland noch mehr nichtige Gerichtsverhandlungen, z.B. über den Zustand von Pfandflaschen”

Denn dann erkennen die Rücknahme-Automaten die Flaschen nicht als Pfandgut. Muss der Händler mir Flaschenpfand zahlen? Grundsätzlich ja, sagt Einzelhandels-Verbandssprecher Hubertus Pellengahr: “Wenn der Automat die Flasche oder Dose nicht erkennt, muss ein Mitarbeiter das Leergut zurücknehmen. Der Kunde bekommt das Geld dann an der Kasse ausbezahlt.” Voraussetzung: Die Flasche oder die Dose muss durch das Pfand-Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH (Dose/Flasche/Pfeil-Symbol) oder die Form als Pfandverpackung erkennbar sein. Für total demolierte Flaschen oder Dosen gibt es kein Pfand mehr!Was mache ich, wenn das Personal die Rücknahme verweigert? Die Verbraucherzentrale rät zur Beschwerde bei Geschäfts- oder Filialleitung. Wenn das nicht hilft, einen Beschwerdebrief an die zuständige Gewerbeaufsicht schreiben (z. B. Ordnungsamt).

DCRS fragt: “Haben wir nicht schon genug zu tun? Nein, das Pfandgesetz hat uns eine weitere Beschäftigung beschert, wir müssen, nicht nur sämtliche, angenuckelten, zum Teil manches mal auch bereits angeschimmelten, oder auch stinkenden Flaschen und Dosen ins frisch gesaugte Auto packen und zum Händler zurück karren, die Händler selbst müssen in enormen Aufwand die Lagerung, den Rücktransport und die Abrechnung des leidigen Pfandes übernehmen und zu guter Letzt müssen wir uns noch vor Gericht treffen, weil keiner seine Sache wirklich absolut korrekt und zuverlässig übernimmt und alle schlußendlich entnervt die Pfandflaschensäcke aus den Händen fallen lassen. Glauben Sie jetzt noch, dass hier ein volkswirtschaftliches Plus erwirtschaftet wird, das in den Umweltschutz fließt?”

Artikel vom 19. November 2006

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