Neue Mohammed-Karikatur zum Zeichen der Meinungsfreiheit
Die westliche Welt will sich ihre Kultur der Meinungs- und Pressefreiheit nicht durch religiösen Fanatismus zerstören lassen. Um demonstrativ ein Zeichen zu setzen haben nun elf dänische Zeitungen erneut eine Karikatur des Propheten Mohammed veröffentlicht.
Der Prophet Mohammed taucht in den unterschiedlichsten Religionen auf, doch im Islam wird er als Gott verehrt und darf nach streng religiöser Auslegung nicht abgebildet werden.
Eine Reihe von dänischen Tageszeitungen hat am Mittwoch jene umstrittene Darstellung des Propheten Mohammed erneut veröffentlicht, deretwegen es 2006 wochenlange Proteste in der islamischen Welt gegeben hatte und der Karikaturist Kurt Westergaard zum Ziel eines Mordkomplotts von islamistischen Extremisten geworden war.
Insgesamt druckten elf Blätter, darunter sämtliche großen Tages- und Boulevardzeitungen, die Darstellung Mohammeds mit einer Bombe als Turban auf dem Kopf erneut oder sogar erstmals ab. Auch die spanische Tageszeitung “El Pais” brachte die Karikatur in ihrer Mittwoch-Ausgabe und reihte sich in die Kette der für die Presse-und Meinungsfreiheit demonstrierenden Medien ein.
Religiöse Fanatiker hätten nicht das Recht, zu entscheiden, was in Dänemark veröffentlicht werden dürfe und was nicht, lautete die Rechtfertigung der dänischen Zeitungen. Auch Zeitungen wie die konservative Kopenhagener “Berlingske Tidende”, die vor zweieinhalb Jahren die Veröffentlichung der Karikatur noch abgelehnt hatten, erklärten, sich angesichts des mutmaßlichen Mordkomplotts gegen “Jyllands-Posten”-Karikaturist Westergaard solidarisch.
Die dänische Sicherheitspolizei PET hatte davor am Dienstag zwei Tunesier und einen 40-jährigen Dänen marokkanischer Abstammung bei Razzien in Aarhus festgenommen. Die Sicherheitskräfte hätten in einem frühen Stadium der Anschlagspläne zugegriffen, um einen “in Zusammenhang mit Terrorismus stehenden Mord” zu verhindern, sagte PET-Chef Jakob Scharf.
Der 73-jährige Westergaard steht seit einiger Zeit unter Polizeischutz.
Die beiden Tunesier sollen nun wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit Dänemarks ausgewiesen werden. Die linksliberale “Politiken”, die am Mittwoch ebenfalls die umstrittene Karikatur veröffentlichte, kritisierte gleichzeitig, dass die beiden Männer aus Dänemark abgeschoben würden, ohne sich davor in einem ordentlichen Gerichtsverfahren verantworten zu können.
Das Volk allerdings begrüßt eine derartige, schnelle Ausweisung, weil sie den Tätern konkret Folgen aufzeigt und weitere Kosten für den Staat erspart.
Am Mittwoch wurde außerdem bekannt, dass offenbar auch gegen den schwedischen Künstler Lars Vilks Attentatspläne geschmiedet wurden.
Die schwedische Polizei fand bereits Ende November bei einem Terrorverdächtigen Pläne des Hauses des Künstlers und einschlägige Literatur über militärische Nachtsichtgeräte.
Der 61-jährige Künstler bezeichnete die Funde als bisher ernsteste Bedrohung seiner Person.
Auch Vilks steht seit einer per Video versandten Morddrohung im September des vergangenen Jahres unter Polizeischutz. Im Sommer 2007 hatte eine regionale schwedische Tageszeitung eine Zeichnung Vilks’ veröffentlicht, die Mohammed als Hund darstellte.
Die ursprünglichen, insgesamt zwölf im Herbst 2005 von “Jyllands-Posten” veröffentlichten Mohammed-Karikaturen wurden später von Zeitungen in mehreren anderen westlichen Ländern abgedruckt. Sie lösten Anfang 2006 teils gewaltsame Massenproteste in der islamischen Welt aus, bei denen mehr als 150 Menschen starben und westliche Botschaften mit Waffen bedroht wurden.
Die Zeichnungen wurden als Verletzung des islamischen Abbildungsverbotes für den Propheten kritisiert. In mehreren Ländern waren zusätzlich zu den echten Karikaturen auch gefälschte und religiöse Gefühle wesentlich stärker verletzende Darstellungen aufgetaucht, für deren Verbreitung teils dänische Extremisten verantwortlich gemacht wurden.
Mit der Krise um die Mohammed-Zeichnungen musste sich auch die österreichische EU-Ratspräsidentschaft befassen.
DCRS ONLINE meint: Ob sich die islamische Welt jemals mit dieser Form der Meinungs-und Pressefreiheit anfreunden kann?! Wenn nicht, muss das Konsequenzen hinsichtlich weiterer EU-Beitritte haben !





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24. Juni 2008 um 08:00
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